FC Barcelona: War Lionel Messi durch seinen Groll derzeit noch stärker ist

Zweifacher Torschütze für den FC Barcelona: Lionel Messi.
Zweifacher Torschütze für den FC Barcelona: Lionel Messi.
Foto: Getty Images
Lionel Messi dreht beim Sieg über Juventus Turin auf. Ousmane Dembélé bleibt im Trikot des FC Barcelona unauffällig - mit einer Ausnahme.

Barcelona.. Lionel Messi war außer sich. Mehrfach schnellte der tätowierte Arm nach oben, um eine Verwarnung für seinen Gegner Miralem Pjanic zu fordern. Da Schiedsrichter aber Ratschläge bei der Regelauslegung nur mäßig schätzen, gab es die Gelbe Karte dann für ihn, und den Gästen von Juventus Turin hätte natürlich nichts Dümmeres passieren können. Der nun erst recht erzürnte Messi entlud seinen Groll auf der rechten Angriffsseite, das erste Solo führte zu einer Torvorlage, das nächste zu einem fulminanten Treffer, mit dem er sein gleichfalls sehenswertes 1:0 aus der ersten Halbzeit abrundete. Selbst in der Nachspielzeit war er noch so aufgeputscht, dass er wüst einen Gegner anlief und damit einen Einwurf herausholte.

Wehe dem, der ihn reizt – ein bekanntes Gebot zur Auslegung des schweigsamen Fußball-Gotts. Bei diesem 3:0 im Spitzenspiel der Champions League beschrieb er durch seine ersten Treffer gegen den Torwartmythos Gigi Buffon eine der letzten weißen Seiten in seinem Lebenslauf. Weiterhin nicht signieren will er indes seinen neuen Arbeitsvertrag. Der ist zwar vom Vater abgezeichnet und wird in der Klubbuchführung bereits verrechnet, hat aber streng juristisch keine Bedeutung: ohne Signatur des Spielers könnte dieser nach wie vor zum Ende der laufenden Saison wechseln.

Dembélé hat nur eine starke Szene

Irgendetwas stört ihn, aber seinem Fußball tut das ja nur gut, und gegen Juventus (ohne den verletzten Sami Khedira) lief es deutlich besser als im Viertelfinale der Vorsaison (0:3, 0:0) mit einem gewissen Neymar. Dessen Nachfolger Ousmane Dembélé kombinierte mit Messi und Luis Suárez das erste gemeinsame Tor des neuen Sturmtrios heraus, die Ablage vor dem 1:0 in den Lauf des Torschützen war allerdings die einzig starke Szene des ehemaligen Dortmunders. „Stimmt schon, dass er sich noch anpassen muss, aber er ist ja gerade erst gekommen“, so Coach Ernesto Valverde.

„Der beste Dreizack ist Messi, Messi und Messi“, jubilierte derweil die Zeitung „Sport“, wobei der omnipräsente Ivan Rakitic, Torschütze zum 2:0, ebenso zusätzlich Erwähnung verdient wie Torwart Marc-André ter Stegen, der mittlerweile die Selbstverständlichkeit absoluter Weltklasse ausstrahlt. Sportlich scheint Barça auf Kurs, dennoch wurden vor dem Camp Nou wieder Unterschriften für ein Misstrauensvotum gegen die umstrittene, von Messi düpierte Klubführung gesammelt. Auf einem Transparent stand gar: „SOS Demokratie“ – aber das bezog sich dann doch allein auf die Politik und die juristischen Wirren um das geplante Referendum zur katalanischen Unabhängigkeit.

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