Es geht um die Ehre - deshalb gewinnt der FC Bayern

Im Pokal-Finale wird es klappen: Ein Sieg des FC Bayern München gegen den BVB ist überfällig.
Im Pokal-Finale wird es klappen: Ein Sieg des FC Bayern München gegen den BVB ist überfällig.
Foto: imago
Die Bayern haben vier Mal in Folge gegen Dortmund verloren. Der Stachel sitzt tief. In Berlin geht es nun um die nationale Ehre. FOCUS-Online Autor Marco Plein ist sich sicher, dass der FC Bayern die Revanche und den DFB-Pokal gewinnen wird.

Berlin. Die Bayern haben ein gutes Gedächtnis. Auch wenn sie jetzt so tun, als zählten die vergangenen Monate nicht mehr. Immer wieder wenn die Münchner zu den großen Duellen gegen Dortmund antraten, wollten sie die aufstrebenden Westfalen mit einer vernichtenden Niederlage kleinhalten und ihre (einstige) Vormachtstellung in Fußballdeutschland untermauern. Doch genau das Gegenteil war der Fall.

  • 3. Oktober 2010: Dortmund schlägt Bayern 2:0.
  • 26. Februar 2011: Dortmund gewinnt in München 3:1.
  • 19. November 2011: Der BVB gewinnt wieder bei den Bayern, diesmal 1:0.
  • 11. April 2012: Dortmund schlägt die Roten 1:0 und wird später Meister.

Vier Mal in Folge hat sich der Rekordmeister den Borussen geschlagen geben müssen – vier Mal. All die Spiele haben die Bayern in ihren Köpfen – die Zahl vier ist für sie zum Symbol dafür geworden, in Deutschland nur noch die Nummer zwei zu sein. Und das wollen sie ändern – das müssen sie ändern.

„Wir haben vier Mal in Folge verloren. Das reicht“, sagte Trainer Jupp Heynckes, und auch Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger erklärte: „Die vier Niederlagen in Folge sind Motivation genug für uns.“ Die Bayern sehen sich nach dem Einzug ins Champions-League-Finale immer noch als Nummer eins des Landes. Doch so richtig sicher sind sie nicht mehr. Zu viel ist passiert in den vergangenen zwei Jahren, zu gut waren die Dortmunder. Zu wenig konstant war man selbst. Jetzt geht es für München um die nationale Ehre – und um nichts anderes. Titel haben sie genug, Pokale erst recht, also geht es am Samstag in Berlin nur darum, dem national vorbeigezogenen Rivalen in die Schranken zu weisen.

„Noch mal verlieren geht nicht“

Jetzt können die Bayern all ihre Verfehlungen gegen Schwarz-Gelb aus den vergangenen zwei Jahren in nur einem Spiel korrigieren. Jetzt können sie den BVB an einem Abend zurechtweisen, ihm signalisieren, wer in diesem Jahr zwei Titel abgreifen will – und wer damit dann doch noch als Sieger aus diesem Fernduell hervorgehen will. „Das ist ein großes Spiel. Es ist sehr wichtig, dass wir gewinnen. Ich habe keine Angst vor Dortmund, die Mannschaft hat keine Angst“, sagte Franck Ribéry, „noch mal verlieren, das geht nicht“.

Vor allem für einen Mann gilt es, endlich gegen Dortmund zu gewinnen und am besten sogar eins oder zwei Tore zu schießen: Arjen Robben. Mit keiner anderen Mannschaft der Welt hat der 28-Jährige so viele Rechnungen zu begleichen wie mit der Borussia. Denn Dortmund gewann in den vergangenen Duellen nicht nur gegen die Bayern; sondern ganz besonders gegen Robben.

„Wir brennen auf Revanche“

Den glatzköpfigen Sprinter nahm der BVB immer wieder derart geschickt aus dem Spiel, dass der sich wunderte, wie ihm geschah. Ständig lief sich der Offensivdribbler gegen zwei oder sogar drei gelbe Stopper fest – diese für ihn schlimmen Momente der Hilflosigkeit hat ein Mann wie Robben, der nichts anderes als dominieren und triumphieren akzeptiert, noch lange nicht vergessen. Vor allem der verpatzte Elfmeter beim letzten Duell und seine verballerte Großchance kurz vor Schluss stecken noch tief in seinem Kopf. Also sagt er: „Wir brennen auf Revanche.“ Er ganz besonders.

Und zu guter letzt ist da ja noch das große Finale eine Woche später. Die Bayern wollen Rückenwind für das größte Vereinsspiel ihrer Karriere. Sie wollen sich Auftrieb besorgen. Sie wollen ihre Titelgier am zweiten Mai-Samstag in Berlin reizen und sie dann in München befriedigen. „Der Ausgang des Pokalfinales wird natürlich die Stimmung in der nächsten Woche beeinflussen”, kündigte Manuel Neuer an. Das klingt wie ein Auftrag, wie eine Mission – oder auch: wie eine Berufung. „Wir denken jetzt nur an das eine Spiel“, sagt er und stell klar: „Wir sind heiß.“

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