Erdogan zerstört Fußballstar – unglaublich, welchem Beruf der einstige Volksheld heute nachgehen muss

Recep Tayyip Erdogan hat dafür gesorgt, dass Hakan Sükür in die USA auswandern musste.
Recep Tayyip Erdogan hat dafür gesorgt, dass Hakan Sükür in die USA auswandern musste.
Foto: imago images/Kay – imago images/Xinhua

Recep Tayyip Erdogan nutzt die Beliebtheit großer Fußballstars regelmäßig für politische Zwecke. Deutsche Fußballfans denken sofort an das heftig umstrittene Foto mit den Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan vor der WM 2018.

Auch mit Hakan Sükür hatte Erdogan sich einst gerne geschmückt. Der frühere Stürmer-Star von Galatasaray Istanbul war ein Volksheld. Für die meisten Fans in der Türkei ist Sükür der größte türkische Fußballer aller Zeiten.

Erdogan zerstörte Leben von Fußball-Star Sükür

Mit Galatasaray Istanbul wurde Sükür acht Mal türkischer Meister, sechs Mal Pokalsieger, und im Jahr 2000 sogar UEFA-Cup-Gewinner. Die türkische Nationalmannschaft führte der Angreifer bei der WM 2002 sensationell zu Platz 3. Seine 51 Treffer im Dress der türkischen Nationalmannschaft sind bis heute unerreicht.

Nach seinem Karriereende als Fußballprofi verschlug es Sükür in die Politik. 2011 zog er für die Erdogan-Partie AKP in der Provinz Istanbul ins Parlament ein. Nur zwei Jahre später trat er aus der AKP aus, weil er dem Leitbild der Partei nicht mehr folgen konnte.

Fortan machte Erdogan aus dem einstigen Volkshelden einen Staatsfeind. „Erdogan nahm mir alles“, sagt Sükür der „Welt“: „Mein Recht auf Freiheit, das Recht mich zu erklären, mich zu äußern, das Recht auf Arbeit.“

Sükür weiter: „Die Boutique meiner Frau wurde mit Steinen beworfen, auf der Straße wurden meine Kinder belästigt. Nach jeder Äußerung, die ich gemacht habe, erhielt ich Drohungen.“

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Sükür wanderte nach Washington aus

Daher wanderte Sükür im Jahr 2015 in die USA aus. Der Umzug hatte schlimme Folgen für ihn und seine Familie: „Als ich weg war, haben sie meinen Vater eingesperrt. Und alles, was ich hatte, wurde jetzt konfisziert.“

In Washington arbeitet Sükür als Uber-Fahrer. Außerdem verkauft er Bücher. Frei von Druck ist er aber auch dort nicht. „Ich habe hier eine Zeit lang ein Café betrieben“, sagt Sükür: „Komische Leute kamen vor mein Café, haben Dombra-Musik gespielt.“

Erdogan und seine Partei bezeichnen die Dombra-Musik als die wahre Musik der Türkei. Nachdem er unter Polizeischutz gestellt und vom FBI bewacht wurde, „ist es zum Glück besser geworden“.

Sükür bei Galatasaray ausgeschlossen

Sükür muss sich heftige Anschuldigungen gefallen lassen. Unter anderem wird ihm eine Beteiligung am Putsch 2016 vorgeworfen. Demnach soll er Unterstützer des islamischen Predigers Fethullah Gülen gewesen sein. Sükür reagiert verzweifelt auf die Vorwürfe: „Was soll meine Rolle gewesen sein? Das konnte mir bis heute niemand erklären.“

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Im Jahr 2017 folgte ein weiterer Schock. Sükür wurde bei Galatasaray Istanbul ausgeschlossen. 13 Jahre spielte er für den Club. Für den Verein absolvierte er 518 Spiele, schoss 284 Tore. Die Fans stimmten eindeutig gegen einen Ausschluss der Vereins-Ikone. Doch auf Druck der Regierung wurde Sükür freigestellt.

„Gerade der Fußball ist in der Türkei, wie viele andere Bereiche auch, nicht frei und nicht autonom“, sagt Sükür. Die wenigsten Fußballer setzen sich dagegen zur Wehr. „In den türkischen Medien werden wir dafür hart angegriffen. Damit wollen sie erreichen, dass andere Sportler, die sich überlegen, ob sie den Mund aufmachen, eingeschüchtert werden.“

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Die Entwicklung in der Türkei in den vergangenen Jahren bereitet Sükür große Kopfschmerzen. Seine klare Botschaft an Erdogan: „Kehre zurück zu Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechten. Sei einer, der sich für die Probleme der Menschen interessiert. Werde zu dem Präsidenten, den die Türkei braucht.“ (dhe)

 
 

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