Bundestrainer Löw verdient weiter Vertrauen

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Nach dem Aus gegen Italien bei der Europameisterschaft muss sich Bundestrainer Joachim Löw einer Debatte stellen, die er mindestens zum Teil so nicht verdient hat. Trotz des verzockten Halbfinales gegen Italien. Ein Kommentar.

Essen. Vielleicht tauscht Deutschland ja seine Nationalelf gegen die irische. Und rackert und grätscht wieder durch die Gegend. Oder es tauscht mit Frankreich und freut sich an einer Truppe von Proleten, solange nur jeder das Wort „Leitwolf“ buchstabieren kann. Absurd? Klar, aber nicht viel absurder als die Debatten nach dem EM-Aus. Dazu vier kurze Punkte:

1. Gegen Italien im Halbfinale einer EM auszuscheiden, ist weder ein Drama noch eine Schande. Es kann sogar immer wieder passieren. Die können nämlich auch was.

2. Joachim Löw hat sich in diesem Spiel verzockt, er hat Italien in die Karten taktiert, er hat vielleicht sogar wider besseres Wissen an schwachen (Podolski) und angeschlagenen (Schweinsteiger) Spielern festgehalten. Dieses Aus kostet ihn Reputation, es macht seine Aufgabe, 2014 bei der WM in Brasilien den Titel zu holen, noch schwieriger, als sie ohnehin ist.

3. Wann aber hat der DFB je einen so exzellenten Fachmann als Trainer gehabt? Zu Zeiten Klinsmanns, Völlers oder Ribbecks?

4. Kein Bundestrainer hat eine Mannschaft über die Jahre hinweg so konstant entwickelt wie Löw. Daraus folgt: Wenn Löw die Ansicht teilt, dass es bei allem Talent an den letzten fünf Prozent fehlt, die Leidenschaft und der absolute Siegeswille ausmachen, dann wird dieser Trainer auch das in Angriff nehmen.

Übrigens ganz ohne die vergifteten Ratschläge von den Männern mit den dicken Eiern.

 
 

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