Electronic Arts denkt nach Fifa 14 über Lizenzen für Amateurvereine nach

Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona im neuen Computer- und Konsolenspiel "Fifa 14" - tritt er bald auf dem virtuellen Rasen gegen Spieler von Preußen Münster, MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen oder Rot-Weiß Oberhausen an?
Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona im neuen Computer- und Konsolenspiel "Fifa 14" - tritt er bald auf dem virtuellen Rasen gegen Spieler von Preußen Münster, MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen oder Rot-Weiß Oberhausen an?
Foto: EA
Wenn am 26. September das heiß erwartete Sportspiel "Fifa 14" auf den Markt kommt, schlüpfen Klick-Kicker wieder in die Rolle von Messi oder Ronaldo. Auch Anhänger von Schalke, BVB oder Bayern können ihre Stars problemlos über das virtuelle Feld steuern. Doch was machen Fans unterer Spielklassen? Interesse gibt es reichlich.

Essen. Superstar Lionel Messi streicht sich durch die Haare. Sein wuchtiger 20-Meter-Schuss knallte mit einem kräftigen Scheppern gegen die Latte. Nichts ist es mit dem Anschlusstreffer, sein Verein FC Barcelona liegt hoffnungslos zurück. Und das gegen den SV Sandhausen.

Es ist eine Geschichte, die wohl nur Traumwelten erzählen können, ohne dem Zweitligaverein aus dem Nord-Westen von Baden-Württemberg nahetreten zu wollen. Bei der beliebten Fußball-Simulation "Fifa" des amerikanischen Software-Herstellers Electronic Arts (EA), geschätzter Jahresumsatz rund drei Milliarden Dollar, können Videospiele-Fans problemlos Underdogs gegen Weltstars auf den virtuellen Rasen schicken. Ein Klick genügt. Und Messi spielt gegen den Auswechselspieler aus dem Unterhaus.

"Fifa 14" erscheint Ende September

Auch am 26. September, wenn die mittlerweile 21. Auflage des Spiels mit dem Namen "Fifa 14" in die Läden kommt, werden sich Fans ihre Wunschpartie zusammenstellen können. Für das Spiel gegen den Rechner. Gegen den Kumpel auf dem Sofa. Oder online gegen Spieler aus der ganzen Welt.

Ein Grund, dass einige Spieler die Fifa-Reihe dem ewigen Software-Rivalen "Pro Evolution Soccer" von Konami vorziehen, sind seither die Lizenzen für Original-Vereine, speziell in Deutschland. Das bedeutet: Ein Marco Reus sieht bei "Fifa" nicht nur täuschend echt aus, sondern heißt auch so. Alle Vereine der Deutschen Fußball-Liga, also die Ligen eins und zwei, darf der Spielehersteller Electronic Arts inhaltlich nutzen. Im Gegensatz zu "Pro Evolution Soccer", das sich früher mit teils lustigen Alternativnamen (Pomatski statt Podolski) begnügen musste.

Fans von Preußen Münster, RWE und RWO bekundeten Interesse

Schalke, BVB, Bayern - alle diese Fans sind bei "Fifa" also bestens versorgt. Doch was geschieht mit den unteren Ligen, sprich: 3. Liga oder gar der Regionalliga? Hier ist über die Jahre ein großes Interesse gereift. "Wir bekommen Rückmeldungen aus der Community, die genau danach fragen", sagt Ralf Anheier von Electronic Arts. Darunter seien vor allem die Fans der Traditionsvereine, die sich mittlerweile aber in unteren Klassen bewegen. Preußen Münster und der MSV Duisburg (3. Liga, Profis), aber auch Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen und Alemannia Aachen (alle Regionalliga West, Amateure). Anheuer: "Das sind typischerweise Vereine, zu denen in der Region eine enge Fan-Bindung besteht."

Momentan gibt es keine Chancen, solche Mannschaften im Konsolen- und Computerspiel durch die Pixel-Liga zu führen. Auch bei "Fifa 14" ist in Deutschland nach der Zweiten Liga Schluss. Anheier: "Das hängt unter anderem mit den Lizenzen zusammen." Für die 3. Liga ist nicht mehr die Deutsche Fußball-Liga (DFL) zuständig, sondern der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Außerdem muss mit dem Produktionsstudio in Kanada abgestimmt werden, inwieweit Spieler, Mannschaften und Stadien auch optisch in die virtuelle Fußball-Welt eingebunden werden können. Mit ein paar Handgriffen ist es bei der Spielentwicklung nicht getan.

Lizenzen für untere Ligen bleiben bei Electronic Arts Thema

Zu den Akten gelegt ist die Idee einer größeren Auswahl deutscher Fußballvereine für die Fifa-Reihe trotzdem nicht. Im Gegenteil. Hoffnung dürfte den Fans bereiten, dass sich Electronic Arts nach der Veröffentlichung von "Fifa 14" weiter damit beschäftigen möchte. Anheier: "Das bleibt bei uns ein Thema!"

Für "Fifa 14" ließen sich zuletzt Weltstars wie der "100-Millionen-Mann" Gareth Bale von Real Madrid mit Sensoren verkabeln, damit die Figuren und Spielsituationen später im Spiel möglichst originalgetreu aussehen. Ebenfalls neu: Videospieler können beim sogenannten "Pure Shot" selbst die Schrittlänge der virtuellen Akteure beeinflussen, um so einen verbesserten Winkel für den Torschuss zu erhalten.

Bei "Fifa 14" lässt sich selbst die Schrittlänge steuern

Besonders interessant dürfte die neue Fifa-Version für Next-Gen-Konsolen wie die Playstation 4 sein. Die weiterentwickelte Hardware hat modernere Technik unter der Haube und bietet so auch den Spieleentwicklern mehr Gestaltungsraum. Anheuer: "Durch die neue Spiel-Engine wirken Sportspiele lebendiger, durch realistisches und authentisches Spielerverhalten, schnellere Reaktionszeiten, Antizipation und Instinkten gepaart mit bis zu zehn Mal mehr Animations- und Detailtiefe." Kurz: Alles soll noch realistischer werden.

 
 

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