Eitel Sonnenschein auf Schalke

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Gelsenkirchen. Es gibt Schalker, die sich mühelos an turbulente Jahreshauptversammlungen erinnern können. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wurde am Montagabend für drei Jahre im Amt bestätigt. Nur eine geplante Satzungsänderung wurde gekippt.

Verglichen mit Zeiten, in denen die Mitglieder auf den Stühlen und Bänken standen, geht es heute beim FC Schalke 04 so harmlos und fröhlich zu wie auf einem Kindergeburtstag. Kein Wunder: Als Vizemeister lässt sich es bequem leben. Nur einmal musste sich Trainer und Manager Felix Magath in der Arena Pfiffe gefallen lassen: als er über den künftigen Schalker Christoph Metzelder sprach.

Da hielten sich Applaus und Buhrufe der knapp 2000 Schalker die Waage und Magath musste von seinem Manuskript abweichen und um Vertrauen für den Ex-Dortmunder werben: „Ich bitte darum, ihm eine Chance zu geben, auch wenn er sich früher nicht so korrekt verhalten hat.“ Der Rest war eitel Sonnenschein. Magath und die Mannschaft wurden gefeiert, für den scheidenden Stürmer Kevin Kuranyi gab’s außer einem gewaltigen Blumenstrauß zum Abschied freundlichen Beifall, worüber sich nicht nur der zu Dynamo Moskau wechselnde Stürmer, sondern auch Felix Magath freute.

Beifall für Kuranyi

Nicht einmal die Schalker Zahlen, 16,8 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr 2009 und immer noch knapp eine Viertelmilliarde Euro Verbindlichkeiten des Gesamtkonzerns Schalke stehen zu Buche, sorgten für Unruhe unter den Mitgliedern. Magath und Finanzchef Peter Peters, dessen Vertrag gerade verlängert worden ist, warben um Vertrauen in einen neuen Kurs, der Einnahmen, Ausgaben zur Verstärkung der Mannschaft und Schuldenabbau in Einklang bringen soll.

Davon war Schalke noch im Vorjahr Lichtjahre entfernt. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies: „Wir haben in dem Traum, nach dem guten Abschneiden in der Champions League endlich die Meisterschale zu holen, viel zu viel Geld ausgegeben, das wir nicht hatten. Das war ein Riesenfehler.“ Einer, dem ihm die Mitglieder nicht nachtragen. Tönnies wurde für drei Jahre im Amt bestätigt.

Einen Antrag auf Satzungsänderung, der Felix Magath noch mehr Handlungsfreiheit ermöglicht hätte, lehnte die Versammlung allerdings ab. Auch künftig muss der Aufsichtsrat des Vereins Ausgaben über 300 000 Euro absegnen.

 
 

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