Ein schwuler Profi hat nach einem Outing viel zu fürchten

Ein Münchener Fan hält ein Transparent mit der Aufschrift "Against Homophobie".
Ein Münchener Fan hält ein Transparent mit der Aufschrift "Against Homophobie".
Foto: imago
Keinem schwulen Fußball-Profi, der sich outet, droht Gefahr für Leib und Leben. Irgendwann wird ein schwuler Fußballprofi eine Selbstverständlichkeit sein. Doch wer den ersten Schritt macht, geht ein hohes Risiko ein. Ein Kommentar.

Essen. Wir leben glücklicherweise in einem Land, in dem man sich nicht vor vielen Dingen fürchten muss. Soweit kann sicherlich jeder der These von Angela Merkel folgen. Trotzdem irrt die Bundeskanzlerin in diesem konkreten Fall. Ein schwuler Fußball-Profi, der sich outet, hat sehr wohl eine Menge zu fürchten.

Die Kanzlerin unternimmt für ihre Outing-Theorie den Ausflug in den Sport. Um ihre Theorie zu widerlegen, sei also ein Ausflug in ein anderes Land erlaubt. Italien, ein demokratisches Land. Trotzdem gibt es auch dort Stellen, an denen die demokratischen Spielregeln einfach aussetzen. So wird niemand behaupten: Es ist völlig gefahrlos, in einem Mafia-Prozess als Zeuge auszupacken.

Keinem Profi droht Gefahr für Leib und Leben

Natürlich eine Überspitzung. Keinem Fußball-Profi, der sich outet, droht Gefahr für Leib und Leben. Doch sein Arbeitsplatz dürfte in Gefahr geraten. Aktionen zur Stärkung der Toleranz sind nötig, doch die Realität ist diese: Schwachsinnige Fans sorgten zuletzt mit dem Mobbing gegen den Kölner Spieler Kevin Pezzoni für eine Vertragsauflösung.

Irgendwann wird ein schwuler Fußballprofi eine Selbstverständlichkeit sein wie ein katholischer oder ein evangelischer Fußballprofi. Zum Glück. Doch es ist wie an vielen anderen Stellen des Lebens auch: Wer den ersten Schritt macht, geht ein hohes Risiko ein.

 
 

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