E-Mail-Affäre: Nicht das erste Eigentor von DFB-Boss Grindel

Unter Beschuss: DFB-Präsident Reinhard Grindel.
Unter Beschuss: DFB-Präsident Reinhard Grindel.
Foto: firo
  • Wieder einmal gibt der DFB öffentlich keine gute Figur ab
  • Die Affäre um den Peru-Test offenbart allerdings noch größere Probleme

Sinsheim. In den ersten Reaktionen auf die neue Maulwurf-Affäre beim DFB ging es zuerst allein um die Frage, ob ein DFB-Präsident ein Testspiel von einem Austragungsort, nämlich Frankfurt, nach Sinsheim verlegen darf. Schließlich sei Frankfurt dran.

Um die Diskussion abzukürzen: Ja, er darf. Jeder Präsident hat in einem Verband wie dem DFB die Pflicht, die großen Linien vorzugeben und gegebenenfalls zu schützen. Nichts anderes tat Reinhard Grindel: Die EM 2024 ist sein strategisches Ziel. Die Richtlinienkompetenz hat man ihm, bei aller Kritik, einzuräumen.

DFB-Taktik geht wieder einmal nicht auf

Man mag es als Feigheit vor dem Feind empfinden, wenn er so ein Spiel wie jetzt gegen Peru dorthin verlegt, wo er weniger Störenfriede vermutet. Aber wieso sollte Grindel, wenn er das so sieht, unnötig Risiko eingehen? Dass Frankfurt ja „dran“ gewesen sei, kann kein aufrichtiges Argument sein. Erst recht vom DFB erwartet man sonst immer, dass er sich von bürokratischen Fesseln löst. So ein Moment war das hier.

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Es wäre zielführender gewesen, der DFB hätte von Anfang an, als die Spiegel-Meldung von der Verlegung kam, reinen Wein eingeschenkt und nicht – wie in anderen Affären – mit Halbwahrheiten, Ungenauigkeiten und Verschleierung auf Zeit gespielt. Der Schuss ging nach hinten los.

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Wer spielt in der Mannschaft gegen den DFB-Präsidenten?

Sofort wird das übliche Vorurteil bedient, dass nur so viel zugegeben wird, wie der DFB zugeben muss. Transparenz aber sieht anders aus. Grindel wird in seinem öffentlichen Auftreten offenbar schlecht beraten. Fast muss man Absicht vermuten. Wieder steht er allein als der dar, der was zu verbergen hat. Niemand diskutiert, ob er womöglich sogar recht hatte. Im Fußball nennt man das: ein Eigentor. Nicht das erste.

Man spürt es: Die Spielverlegung an sich ist hier nur eine Petitesse. Wenige Tage vor der Bekanntgabe, wer die EM 2024 austragen darf, Deutschland oder doch die Türkei, muss der DFB existenzielle Fragen beantworten, wie dieses Eigentor passieren konnte. Wer spielt in der Mannschaft beim DFB gegen den Präsidenten: Wer in der Zentrale hat die brisanten Emails weitergeleitet? Wie groß ist der Widerstand gegen den Präsidenten eigentlich schon?

 
 

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