Dortmunds Großkreutz findet alles „einfach geil“

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Aachen. Eine Minute nach seiner Einwechslung traf Fußball-Deutschland zum 2:0, drei Minuten später sogar zum 3:0: Kevin Großkreutz erlebte gegen Malta einen großen Aachener Abend. Mit ihm, Dennis Aogo (HSV) und Stefan Reinartz (Bayer 04) debütierte auch BVB-Kollege Mats Hummels.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann in Aachen gegen Malta locker mit 3:0, für Stuttgarts Stürmer Cacau (zwei Tore) und Hamburgs Defensiv-Allrounder Dennis Aogo (eine Vorlage beim Debüt) war es ein rundum gelungener Abend - aber auch vier weitere DFB-Spieler werden sich den Vatertag des Jahres 2010 im Kalender dick ankreuzen: Stefan Reinartz (21) von Bayer 04 Leverkusen machte ebenso wie Aogo sowie die beiden Dortmunder Mats Hummels (21) und Kevin Großkreutz (21) sein erstes Länderspiel, Torwart Tobias Sippel (22) von Zweitliga-Meister 1. FC Kaiserslautern gehörte ebenfalls zum Aufgebot und durfte - immerhin - erstmals Nationalelf-Luft schnuppern.

Hummels, Großkreutz, Reinartz und Sippel waren ebenso wie Marco Reus (20) von Borussia Mönchengladbach, der allerdings wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel verletzt absagen musste, von Bundestrainer Joachim Löw ausschließlich für das Benefizspiel in Aachen eingeladen worden. Chancen auf eine Teilnahme an der WM haben sie wohl nicht mehr.

Ins eigene Tor gebolzt

Den größten Eindruck der ehemaligen U21-Nationalspieler hinterließ zweifellos Kevin Großkreutz: Der 1,87-Meter-Schlaks wurde in der 57. Minute für Toni Kroos eingewechselt, ging auf die linke Offensivseite und nahm sofort Kontakt zu Lukas Podolski auf. „Und das Zusammenspiel hat ganz gut geklappt“, grinste Großkreutz später vor den Journalisten.

Eine Minute erst war auf dem Platz, da trat Großkreutz an und bediente Podolski, der wunderbar zurück zum Torschützen Cacau legte. Und nur drei Minuten später passte der Dortmunder wieder auf den Kölner, desse Hereingabe bolzte Maltas Scicluna schließlich ins eigene Tor. „Ich bin sehr stolz, für die Nationalelf spielen zu dürfen. Das ist ein krönender Abschluss meiner Saison“, sagte Großkreutz, überlegte einen Moment und fügte hinzu: „Für mich ist das alles einfach geil im Moment!“

Was genau er damit meint? Vor einem Jahr wechselte Großkreutz nach sieben Jahren bei Rot-Weiss Ahlen zum BVB, wurde dort Stammspieler (32 Spiele/5 Tore), qualifizierte sich für den Europapokal und debütierte nun bei Löw. „Für Ahlen ist das aber natürlich nicht so gut gelaufen. Das ist echt schade“, dachte er aber auch an seine Ex-Kollegen, die kürzlich in die 3. Liga abgestiegen sind. Am Dienstag wird Großkreutz in München am linken Knie operiert, zur Saisonvorbereitung mit dem BVB am 4. Juli will er wieder fit sein. „Für die WM hätte ich die OP aber verschoben.“

Bombensicheres Stellungsspiel

Vereinskamerad Mats Hummels durfte gegen Malta sogar eine Halbzeit lang spielen, Löw wechselte ihn für Serdar Tasci in der Innenverteidigung ein. Und Hummels wollte was zeigen, zeigte auch ein bombensicheres Stellungsspiel und angemessene Zweikämpfe - in der Vorwärtsbewegung allerdings hatten sich gleich mehrere Unkonzentriertheiten bei dem früheren Bayern-Spieler eingeschlichen. Hummels, der leicht verärgert war/ist, dass Löw ihn nur für das Malta-Spiel und nicht auch für den vorläufigen WM-Kader nominiert hatte, nahm es locker: „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, und ich fand, ich war ziemlich häufig am Ball.“ Dass der Abend in Aachen aber insgesamt ein sehr schöner für ihn war, wollte er auch loswerden: „Die Zuschauer haben hier eine richtig gute Stimmung gemacht, als die Nationalhymne lief, habe ich gemerkt, dass ein Spiel für die Nationalmannschaft was ganz besonderes ist.“

Während die beiden Dortmunder nur mühsam und nach vielen Antworten aus der Mixed-Zone schreiten konnten, huschten Torwart Tobias Sippel - eine späte Einwechslung für Manuel Neuer war nie ein Thema - und Leverkusens Stefan Reinartz (löste in der 72. Minute Sami Khedira als zentraler Ballholer und -verteiler ab) fast unbemerkt davon. Sie hatten in Aachen nur eine Nebenrolle, die Hauptrollen waren vergeben: an Cacau, Aogo - und natürlich Großkreutz.

 
 

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