Deutschland-Nordirland: Peinliche Fan-Panne bei DFB-Sieg - „Hätte man googlen können“

Der Fanklub der deutschen Nationalmannschaft hat sich eine Panne geleistet.
Der Fanklub der deutschen Nationalmannschaft hat sich eine Panne geleistet.
Foto: imago images / Matthias Koch

Frankfurt. Deutschland hat es geschafft. Das DFB-Team hat sich den Sieg in der Gruppe C gesichert und sich damit für die EM im kommenden Jahr qualifiziert. Fußballerisch lief alles bestens im letzten Pflichtspiel vor der EM. Mit 6:1 wurden die Nordiren nach einem schwachen Start abgefertigt. Mit Goretzka und Gnabry waren es vor allem zwei junge Spieler, die überzeugten.

Doch so richtige Begeisterung will um das DFB-Team in Deutschland seit langem nicht mehr aufkommen. Auch in Frankfurt blieben mal wieder zahlreiche Plätze leer. In einem Stadion für 50.000 Zuschauer waren nur etwas mehr als 40.000 Menschen, die Löws Team sehen wollten, darunter fast 3000 Gäste.

Viele Fans sind nur noch genervt von dem glattgebügelten Marketing, das sich in Claims wie „ZSMMN“ oder der Selbstvermarktung als „Die Mannschaft“ manifestiert.

DFB-Fanclub schon lange in der Kritik

Im Zentrum der Kritik vieler Hardcore-Fußball-Fans steht auch der „Fanclub Deutsche Nationalmannschaft“, der zwischenzeitlich auch das Kürzel „powered by Coca Cola“ trug. Die Kritik: Der Fanklub ist nichts als ein aalglattes Marketing-Instrument, das ohne die Unterstützung des DFB leidlich lebensfähig wäre.

Dabei kommt es immer wieder zu Peinlichkeiten, wie der seltsamen Choreo beim Klassiker gegen die Niederlande. Auch vergangene Woche sorgte eine Choreo für Spott bei vielen Fans. Der Schriftzug „London20“ war kaum zu lesen und sah für viele Beobachter eher nach „Mordor“ aus – jenem üblen Landstrich in der „Herr der Ringe“-Trilogie, in dem sich weitaus schlimmere Gestalten als markeltingverliebte Fußball-Funktionäre herumtreiben.

Fanclub mit peinlicher Panne

Und auch am Dienstag war es wieder so weit. Der Fanclub präsentierte neben einer großen Choreo auch ein Spruchband. „Die Quali ist erst der Anfang für eine goldene Zeit. Euro 2020 – London is calling“ stand darauf. In London findet 2020 schließlich das Finale der EM statt – die der DFB natürlich gewinnen will.

Spannend ist allerdings ein genauerer Blick auf die Botschaft. Denn „London ist calling“ ist ein unmissverständlicher Hinweis auf den vielleicht bekanntesten Song der Punkband „The Clash“.

Die Band wurde 1976 gegründet gehört zu den bekanntesten Vertretern des Punk. Ihr Album „London Calling“ mit Songs wie „The Guns of Brixton“ oder „Jimmy Jazz“.

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Allerdings heißt es in dem titelgebenden Song gar nicht „London is calling“, sondern bloß „London calling“. Ein peinlicher Fehler, der sich leicht hätte vermeiden lassen. Wesentlich spannender ist allerdings die Herkunft des Ausspruchs. Denn der Songtitel spielt auf eine Phrase von „BBC World Radio“ an, die zunächst während des Zweiten Weltkriegs benutzt wurde. Dort stellte sich der Sender den Zuhörern mit „This is London Calling“ vor. „BBC World Radio“ sendete vor allem in die damals von den Deutschen besetzten Gebieten – aber auch auf Deutsch nach Deutschland selbst.

Den Nazis war das ein Dorn im Auge. Auf „London hören“ stand sogar die Todesstrafe. Eine Tatsache, die dem DFB wohl nicht bewusst war, denn im September stoppte der Verband vor dem Spiel gegen die Niederlande eine Choreo mit dem Schriftzug „Vollgas“, weil man den Begriff für historisch zu belastet hielt. Das blieb in diesem Fall wohl aus...

 
 

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