Löst der VfL Wolfsburg den BVB als deutsche Nummer 2 ab?

Nach der Niederlage gegen Wolfsburg, besteht die Gefahr, dass der BVB den Anschluss an die oberste Klasse verliert.
Nach der Niederlage gegen Wolfsburg, besteht die Gefahr, dass der BVB den Anschluss an die oberste Klasse verliert.
Foto: dpa
Das 1:3 gegen Wolfsburg unterstreicht den Trend der Bundesliga: Wolfsburg wird zur deutschen Nummer zwei - der BVB droht den Anschluss zu verlieren.

Berlin.. In der taktischen Marschroute war man sich schnell einig bei Borussia Dortmund: "Es gibt ja den schönen Spruch 'Das muss man sich schönsaufen'", sagte etwa Sportdirektor Michael Zorc. "Ich glaube eine andere Alternative gibt es heute nicht." Und Innenverteidiger Neven Subotic ergänzte: "Alkohol ist heute das magische Mittel, so kann man es vielleicht sagen."

Es gab einigen Frust zu ertränken im Berliner Kraftwerk, wo sich der BVB am Samstagabend versammelt hatte und so gerne den Pokalsieg begossen hätte. Doch statt einer Siegesfeier wurde es eine Feier in gedämpfter Stimmung: Trainer Jürgen Klopp verabschiedete sich, der langjährige Kapitän Sebastian Kehl ebenfalls, zudem war das Finale gegen den VfL Wolfsburg 1:3 verloren gegangen - in einem Spiel, das endgültig eine Wachablösung im deutschen Fußball markieren könnte.

"Insgesamt haben wir gut mitgespielt", analysierte Zorc. "Aber sowohl hinten als auch vorne war Wolfsburg ein wenig robuster und konsequenter in den entscheidenden Situationen. Deshalb haben sie am Ende verdient gewonnen." Zwanzig Minuten lang war der BVB die bessere Mannschaft, führte 1:0 und vergab in Person von Marco Reus die große Chance auf das 2:0. Dann traf Luiz Gustavo per Abstauber zum Ausgleich und beim BVB verschwand das Selbstvertrauen im gleichen Maße, wie es bei den Wolfsburgern wuchs. "Mit dem Ausgleich wurde alles einen Ticken schlechter bei uns", beklagte Kapitän Mats Hummels.

Das BVB-Spiel war ein Spiegelbild der Saison

In den 90 Minuten von Berlin präsentierte der BVB noch einmal im Kurzformat, warum die abgelaufene Saison bestenfalls als suboptimal präsentiert werden kann: Phasenweise wurde sehr ansehnlich gespielt, aber es fehlte die Durchschlagskraft vorne, hinten wurde gepatzt - und es reichte ein Rückschlag, um das BVB-Spiel nachhaltig zu erschüttern. "Wir waren immer so ein bisschen dran, haben aber nie mal konsequent den Ball weggeschlagen - insofern war das schon ein Spiegelbild der Saison", monierte Zorc.

Auf der anderen Seite deutete Wolfsburg mehr als einmal an, warum man auch in der Bundesliga einen deutlichen Vorsprung auf die Borussia erwirtschaftet hat: Gustavo glänzte als zweikampfstarker Abräumer, davor deutete Kevin De Bruyne immer wieder an, warum er einer der begehrtesten Spieler Europas ist. Daniel Caligiuri wirbelte auf dem Flügel und Bas Dost traf vorne nicht nur, sondern schaltete sich als Ziel- und Wandspieler immer wieder sinnvoll in die Kombinationen der Wölfe ein. Überhaupt wirkte es sehr stimmig und sinnvoll zusammengestellt, was der VfL an Spielern auf dem Rasen hatte - und von der Bank kam dann noch ein Hochkaräter wie Andre Schürrle.

Wolfsburg hat viel Geld - und gibt es sinnvoll aus

Dieses Pokalfinale dürfte in Dortmund die Ahnung bestärken, dass es nicht so leicht werden dürfte, Platz zwei von den Wolfsburgern zurückzuerobern, wo man mit vielen Ressourcen ausgestattet zum Angriff auf die Ligaspitze bläst. Dort werde ja schon seit einiger Zeit massiv in den Fußball investiert, hatte BVB-Trainer Klopp schon vor dem Finale gesagt - inzwischen werde das Geld aber auch sinnvoll ausgegeben. Manager Klaus Allofs und Trainer Dieter Hecking haben einen Kader zusammengestellt, der auch mittelfristig das Potenzial hat, ganz oben mitzuspielen - und für weitere Neueinkäufe kommen nun zu den VW- noch die Champions-League-Millionen.

BVB-Präsident Reinhard Rauball glaubt aber nicht, dass die Wölfe den Dortmundern den Rang als Nummer zwei im deutschen Fußball bereits dauerhaft abgelaufen haben. "Ich glaube, dass wir wieder stärker werden", sagt er. "Dass wir wieder in die Richtung marschieren, die wir in den Meisterjahren erreicht haben."

Doch sollte dieses Niveau nicht wieder erreicht werden, wäre die Wachablösung schon bald endgültig vollzogen.

 
 

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