Der Fußball schert sich um Kommerz, nicht um Tradition

Die Glanztage des MSV liegen einige Jahre zurück.
Die Glanztage des MSV liegen einige Jahre zurück.
Foto: Bongarts/Getty Images
Einst war es ein Bundesligaduell, nun flackert nur noch selten im Amateurlager auf, was an Rhein, Emscher und Ruhr im Fußball mal möglich war. Schade.

Essen.. Alles war früher auch nicht besser. Fast auf den Tag vor 42 Jahren standen sich Rot-Weiß Oberhausen und der MSV Duisburg zum bis heute letzten Mal als Bundesligisten gegenüber. RWO siegte 4:0, stieg am Ende aber ab. Um zu den Seiten der Vergangenheit zu kommen, die nicht besser waren: 4000 sahen das Spiel. Kein Fehler: viertausend.

Bestimmt dreimal so viele Fans werden an diesem Mittwoch ins Niederrhein-Stadion kommen, das im Kern immer noch den maroden Charme der Siebziger verströmt. Die Zeit hat es nicht gut gemeint mit RWO, dem Viertligisten. Kaum besser mit dem MSV, dem Drittligisten. Sie hat auch Rot-Weiss Essen, den VfL Bochum oder Wattenscheid 09 nicht so behandelt, wie die Traditionalisten es erwartet hätten.

Der Fußball belohnt VW, SAP, Audi und Red Bull

Fußball aber schert sich nicht um Tradition. Fußball schert sich um Wirtschaftskraft. Er belohnt VW Wolfsburg, SAP Hoffenheim, Audi Ingolstadt, Red Bull Leipzig. Abseits von Schalke und Dortmund flackern im Westen, in dem einst die halbe Bundesliga zu Hause war, die Lichter nur sporadisch auf. Vier- und fünfstellige Kulissen im Niederrhein-Pokal lassen ahnen, was hier möglich wäre. Man mag Vereine wie Hoffenheim als Emporkömmlinge abtun: Spielen würden unsere Großen von einst schon gerne gegen sie.

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