Essen

Das ist der wahre Grund für Italiens WM-Aus! Und er sollte allen Fußballnationen eine Warnung sein

Gianluigi Buffon und Co. scheiterten in den WM-Playoffs an Schweden.
Gianluigi Buffon und Co. scheiterten in den WM-Playoffs an Schweden.
Foto: imago/Gribaudi/ImagePhoto

Essen. Die Playoff-Pleite der italienischen Fußballnationalmannschaft gegen Schweden schockierte die ganze Sportwelt (über diesen Aufreger diskutieren die Fußballfans noch immer).

Eine der größten Fußballnationen fährt nicht zur Endrunde 2018 nach Russland. Eine WM ohne Italien – das gab es seit 60 Jahren nicht mehr!

Das Scheitern der Italiener mag viele Gründe haben, aber eine Ursache ragt besonders heraus. Die Italiener haben in den vergangenen Jahren die eigene Jugendarbeit zu sehr vernachlässigt.

Der freie Fall nach 2006

2006 hatten die Italiener den Fußball-Olymp erklommen, als sie die WM in Deutschland gewannen. Auf diesem Erfolg ruhte Italien sich offenbar aus. Die Italiener sorgten nicht für den starken Nachwuchs wie es andere große Fußballnationen in Europa schafften.

Bei den jährlichen Welt- und Europameisterschaften in den Altersklassen U17, U19 und U21 holten die Italiener nach 2006 keinen einzigen Titel. Zum Vergleich: Frankreich gewann vier Turniere, Deutschland holte fünf Titel, und Spanien sogar neun.

Probleme bei italienischen Clubs

Auch auf Vereinsebene lief es für die Italiener zuletzt alles andere als rund. In der UEFA Youth League, der Champions League der U19-Teams, scheiterten die italienischen Clubs in den vergangenen Jahren regelmäßig sehr früh.

In der vergangenen Saison schaffte es kein italienisches A-Jugend-Team ins Achtelfinale, und auch in dieser Spielzeit droht den italienischen Teilnehmern nach vier Spielen das Aus, während die U19-Teams von Borussia Dortmund und dem FC Bayern ihre Gruppen anführen.

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Hohe Summen für Stars aus dem Ausland

Die italienischen Top-Vereine investierten in den frühen 2000er Jahren lieber eine Menge Geld in teure ausländische Stars als in die eigene Jugend. Dieses Konzept ging zunächst auf. Die beiden Mailänder Clubs sowie Juventus Turin zählten lange zu dem Stärksten, was der europäische Fußball zu bieten hatte. Milan gewann 2003 und 2007 die Champions League.

Doch der Plan der Italiener war zu kurz gedacht. Wegen wirtschaftlicher Probleme im ökonomisch arg gebeutelten Italien ging es den italienischen Clubs mit Ausnahme von Juventus in den vergangenen Jahren immer schlechter. Für die ganz großen Stars war die Serie A plötzlich keine Option mehr. Und den italienischen Vereinen fehlten die großen Talente aus der eigenen Jugend, um das entstandene Vakuum an Talent zu füllen.

DFB als Vorbild?

Der DFB hatte 2000 ein peinliches Aus bei der EM in Holland und Belgien gebraucht, um die Jugendförderung in Deutschland zu revolutionieren. Die Früchte des Konzepts von damals erntet der deutsche Fußball seit Jahren. Die Krönung war der WM-Gewinn 2014.

Vielleicht bringt das WM-Aus gegen Schweden die Italiener nun auf einen ähnlichen Weg.

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