Champions League: FC Bayern spaziert zum Sieg gegen Celtic

Der FC Bayern jubelt, die Celtic-Spieler sind enttäuscht.
Der FC Bayern jubelt, die Celtic-Spieler sind enttäuscht.
Foto: dpa

München. Mit den Erinnerungen an sein letztes Spiel in der Champions League wollte sich Jupp Heynckes gar nicht näher beschäftigen. Aber natürlich hatte sie der Trainer des FC Bayern, der mit seinen 72 Jahren am Mittwochabend den Belgier Raymond Goethals (1993 als Trainer bei Olympique Marseille 71 Jahre alt) als ältesten Trainer der Königsklasse abgelöst hatte, bei seiner Rückkehr auf die internationale Bühne mitgebracht. Viereinhalb Jahre nach dem 2:1-Finalsieg am 25. Mai 2013 in Wembley gegen Borussia Dortmund. Und spätestens, als er nun am Mittwochabend das 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow durch die Tore von Thomas Müller (17.), Joshua Kimmich (29.) und Mats Hummels (51.) bejubelte, dürfte sich jenes Gefühl eingestellt haben, das Heynckes tags zuvor kurz beschrieben hatte. „Natürlich ist das ein Wettbewerb, der prickelnd ist, der schon eine besondere Bedeutung hat.“

Rückspiel in zwölf Tagen

Der Liebhaber in Heynckes dürfte vier Tage nach dem 5:0-Ligasieg gegen den SC Freiburg zu seinem Einstand nun beim 3:0 (2:0) gegen Schottlands Serienmeister durchaus auf seine Kosten gekommen sein, jedenfalls durch seine Mannschaft. Drei Wochen nach der 0:3-Niederlage bei Paris Saint-Germain und der Beurlaubung seines Vorgängers Carlo Ancelotti war die Verabredung mit der international zweitklassigen Mannschaft von Celtic zu einer äußerst einseitigen, aber recht kurzweiligen Angelegenheit geraten.

Durch den zweiten Sieg im dritten Gruppenspiel haben die Bayern gute Voraussetzungen für die angestrebte Versetzung ins Achtelfinale geschaffen. Im Rückspiel bei Celtic am 31. Oktober geht es nun darum, den zweiten Platz in der Gruppe B abzusichern, der das Weiterkommen garantiert.

Gegen Celtic hatten die Münchner in allen Belangen überlegen agiert. Spiel- und lauffreudig sowie meist kombinationssicher präsentierten sich die Bayern, die zudem ein funktionierendes Gefüge abgaben, das gemeinschaftlich die eigene Abwehr stabilisierte.

Beste Beispiele dafür boten Arjen Robbens Dienstleistungen für den Defensivverbund, als er sich in seinem 100. Champions-League-Spiel rege am Verteidigen beteiligte. Und vorn ergaben sich für die Münchner eine ganze Reihe von Torchancen, aus denen früh ein beruhigender Vorsprung resultierte. Zunächst nutzte Müller nach Kimmichs Flanke und Robert Lewandowskis Kopfball einen Abpraller zur Führung. Bald darauf traf Kimmich nach Kingsley Comans Flanke per Kopf. Und nach der Pause erhöhte Mats Hummels nach Robbens Eckball ebenfalls per Kopf.

Die Gesamtleistung untermauerte die Worte von Heynckes. „Der FC Bayern hat große Ambitionen in dem Wettbewerb, meine Mannschaft und ich auch“, hatte er gesagt und angekündigt: „Das ist eine Frage der Zeit, wann wir auch richtig guten Fußball spielen.“

Ein weiter Weg bis zum Finale

Der souveräne Sieg gegen Celtic durfte als weiterer Schritt in diese Richtung gewertet werden, wenngleich Glasgow alles andere als ein gigantisches Niveau zu bieten hatte. Aber Heynckes weiß, dass solch einseitige Spiele zur Gruppenphase eben auch dazugehören. Und ebenso, dass diesen in seiner Trainerkarriere immer der Finaleinzug folgte. Bis zum Reiseziel Kiew, zum vierten Finale in Heynckes‘ viertem Anlauf, ist es allerdings noch ein sehr weiter Weg.

Tore: 1:0 T. Müller (17.), 2:0 Kimmich (29.), 3:0 Hummels (51.)

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