Zeiglers schonungslose BVB-Mission

Thorsten Schabelon

Fußballfans kennen und schätzen ihn: Arnd Zeigler (45) ist Stadionsprecher bei Werder Bremen und Moderator der sonntäglichen TV-Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“. Zudem hat er vor kurzem mit einem ironisch-kritischen Interview mit Jürgen Klopp für Furore gesorgt. Zeigler ist Gast beim Spiel seiner Werderaner in Dortmund.


Herrr Zeigler, Sie sind Moderator beim WDR und Stadionsprecher in Bremen. Da müssten Sie beim West-Nord-Duell BVB gegen Werder doch neutral sein.

Arnd Zeigler: „Ein klares Nein! Ich bin privat, also als Fan, im Stadion. Und es wäre schlimm, wenn ich mir Herzblut oder Leidenschaft verkneifen müsste, bloß weil ich diese kleine TV Sendung mache. Die Sendung ist ja keine sachliche Berichterstattung, sondern ein kleines, feines Fußball-Biotop von, für und mit Fußballfans. Wäre ich nicht mit Haut und Haar Fan eines Vereins, dann könnte ich eine solche Sendung nicht machen. Und dieser Verein ist nun einmal Werder Bremen. Das kann man sich nicht aussuchen.“


Bei Ihrem letzten Besuch in Dortmund unterlag Werder 1:2. Trotzdem haben Sie eine gute Erinnerung an den Tag im April.

Zeigler: „Es war die sehr späte Revanche für Norbert Dickels zwei Tore gegen Werder im Pokalfinale 1989. Wir traten nach dem Spiel zum Torwandschießen an. Nobby begann, traf einmal unten und jubelte. Dann war ich dran, traf alle drei Schüsse demoralisierte ihn meiner Meinung nach völlig. Am Ende hatte ich 3:1 gewonnen. Wenigstens ein Bremer hatte in Dortmund den BVB besiegt.“


Was bleibt vom BVB-Sieg damals in Erinnerung?

Zeigler: „Von Niederlagen bleibt immer wenig. Meine Bremer haben sich anfangs die gewohnten Abwehrturbulenzen gegönnt und Kevin Großkreutz per Kopf treffen lassen. Bei Halbzeit sah alles nach einer Packung aus, dann kam Werder aber auf, Pizarro traf das Lattenkreuz, machte ein Abseitstor, Hunt verkürzte auf 1:2. Am Ende hatte der BVB aber verdient gewonnen.“

Ist am Samstag mit einem weiteren launigen Interview mit Jürgen Klopp zu rechnen oder wird das geführt, wenn Borussia Dortmund Meister ist?

Zeigler: „Ich bin privat da, mit meinem Sohn, der in Werders E-Jugend spielt. Und ich denke, Jürgen Klopp wird froh sein, wenn ich ihn in Ruhe lasse. Meine Fragen gelten ja zu Recht als bohrend. Sollte der BVB Meister werden, werde ich den gelbschwarzen Jubel mit einem weiteren, schonungslosen Interview zerstören, in dem ich alles offenzulegen versuche, was diese durchwachsene Saison aus BVB-Sicht nur notdürftig übertünchen konnte. Darin sehe ich meine Mission.“