Wie Nuri Sahin dem BVB in neuer Rolle hilft

Trainer Jürgen Klopp und sein Neu-Sechser Nuri Sahin - nach dem Sieg gegen Mainz in ihrer Rolle ganz glücklich.
Trainer Jürgen Klopp und sein Neu-Sechser Nuri Sahin - nach dem Sieg gegen Mainz in ihrer Rolle ganz glücklich.
Foto: Imago
Der Mittelfeldstratege hat bei Borussia Dortmund eine neue Aufgabe - auch weil das Verletzungspech zurzeit treuer Begleiter des BVB ist.

Dortmund.. Es war ein äußerst seltenes Ereignis, dem die Zuschauer am Freitagabend im Stadion von Borussia Dortmund beiwohnen durften: Nuri Sahin erzielte ein Tor. Der Mittelfeldspieler wuchtete den Ball zum 4:2-Endstand gegen den FSV Mainz 05 ins Netz, nachdem Gäste-Torhüter Stefanos Kapino einen Freistoß von Pierre-Emerick Aubameyang zu kurz abgewehrt hatte. Sein letzter Treffer war dem türkischen Nationalspieler am 25. Januar 2014 beim 2:2 gegen den FC Augsburg gelungen.

Sahin ist eben kein Torjäger - und es spricht wenig dafür, dass sich dies in den nächsten Wochen ändert. Denn der 26-Jährige hat beim BVB zuletzt eine Metamorphose durchlaufen: vom Achter zum Sechser.

Eigentlich ist er es gewohnt, die offensivere der beiden Positionen im Mittelfeld einzunehmen - die sogenannte Acht, auf der es darum geht, den Spielaufbau zu organisieren und den Ball aus der eigenen Abwehr in die Offensive zu bringen. Und dabei hielten ihm entweder Sebastian Kehl oder Sven Bender den Rücken frei.

Doch die sind derzeit beide verletzt, und so musste BVB-Trainer Jürgen Klopp das Mittelfeld-Zentrum notgedrungen Sahin und Ilkay Gündogan anvertrauen - zwei Spielern, die ihre Karriere als offensive Spielmacher begannen und erst zu einem späteren Zeitpunkt ein Stück nach hinten rückten. Eine durchaus risikobehaftete Aufstellung also.

Sahin hält Gündogan den Rücken frei

Doch während Gündogan nach wie vor regelmäßig den Weg in die Spitze sucht und sich an den Angriffen seiner Mannschaft beteiligt, hält ihm Sahin den Rücken frei - und erledigt das mit großer Effektivität. Der türkische Nationalspieler kann dabei vor allem auf sein Stellungsspiel und sein Gespür für den Raum bauen, wodurch er viele Lücken zuläuft und Bälle abfängt - die aggressive Attacke des Gegenspielers liegt ihm eher weniger.

"Die Rückrunde läuft sehr positiv für mich", freut sich Sahin. "Sowohl das Trainerteam als auch meine Mannschaft sind zufrieden mit mir, das ist das Wichtigste." Und für die verkorkste Hinrunde kann der Mittelfeld-Stratege ein glaubhaftes Alibi nachweisen: Wegen hartnäckiger Kniebeschwerden verpasste er beinahe alle Spiele und ist damit weitgehend unschuldig am bisher so dramatischen Absturz des BVB.

Sahin bislang bester Einkauf des Sommers

Viel Geld hat der Klub im Sommer ausgegeben, um neue Spieler unter Vertrag zu nehmen: Ciro Immobile kam für 18,5 Millionen Euro vom FC Turin, Matthias Ginter kam für rund 10 Millionen Euro aus Freiburg, für Adrian Ramos wurde in etwa die gleiche Summe nach Berlin überwiesen. Und dann war da noch die Verpflichtung von Nuri Sahin. Der hatte zu diesem Zeitpunkt zwar nach seiner Rückkehr von Real Madrid schon wieder anderthalb Jahre für den BVB gespielt - im Sommer allerdings griff die Kaufoption und der BVB nahm Sahin für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro fest unter Vertrag.

Stand jetzt war es die wichtigste Verpflichtung im Sommer.

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