Wie Aubameyang und Mkhitaryan beim BVB die Integration erleichtert wird

Sokratis (links), Pierre-Emerick Aubameyang (rechts) und Henrikh Mkhitaryan soll Massimo Mariotti die Integration erleichtern.
Sokratis (links), Pierre-Emerick Aubameyang (rechts) und Henrikh Mkhitaryan soll Massimo Mariotti die Integration erleichtern.
Foto: dpa
Bis vor ein paar Wochen war Massimo Mariotti Trainer des U13-Nachwuchses bei Borussia Dortmund. Doch weil sein Verein einen Dolmetscher für die neuen Stars Henrikh Mkhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang und Sokratis brauchte, kam der Mendener ins Spiel. Er entschied sich spontan dafür - und lässt seinen eigentlichen Job erstmal ein Jahr lang ruhen.

Dortmund.. Sein Name ist nur den wenigsten Menschen ein Begriff. Dabei erfüllt er bei Borussia Dortmund in diesen Tagen und Wochen einen der wichtigsten Jobs. Schließlich hat Massimo Mariotti mit Kostbarkeiten zu tun. Mit Henrikh Mkhitaryan, mit Pierre-Emerick Aubameyang und mit Sokratis, den Neuzugängen des BVB.

Multi-Kulti in Schwarz-Gelb

Fast 50 Millionen Euro haben die drei Spieler die Borussia in diesem Sommer gekostet. Ein Armenier aus der Ukraine, ein Franzose mit gabunischen Wurzeln,ein Grieche mit Italienisch-Kenntnissen aus Bremen. Multi-Kulti in Schwarz-Gelb. Um sicherzustellen, dass sich alle verstehen, ist Massimo Mariotti da. Er ist der Dolmetscher, er soll mit Worten dafür sorgen, dass sich das Trio schnell einlebt und schnell in die Mannschaft integriert, damit sich die Investitionen auf sportlichem Wege schnell amortisieren.

Mariotti ist immer dabei, wenn die neuen Stars des BVB in kurzen Hosen unterwegs sind. Beim Training übersetzt er die Anforderungen jeder einzelnen Übung, er kommt angelaufen, wenn Trainer Jürgen Klopp die Einheit unterbricht und Fehler erklärt. Mariotti ist der Schatten der Millionenmänner. So war es zum Beispiel im Trainingslager im schweizerischen Bad Ragaz. Es war Mariottis erste Dienstreise in der neuen Funktion. Erst wenige Stunden zuvor war er überhaupt gefragt worden.

Überraschendes Angebot

Der 51-jährige Mendener war bis dahin beim BVB als U13-Trainer aktiv. Seine Sprachgewandtheit hat sich aber bis nach ganz oben im Verein herumgesprochen. Der gebürtige Schweizer spricht neben Deutsch auch fließend Italienisch und Französisch, zur Not geht auch Spanisch. „Ich war schon überrascht, als mich Michael Zorc (Sportdirektor, d. Red.) angesprochen hat, ob ich als Dolmetscher fungieren könne. Aber auch um die drei neuen Fußballer persönlich zu betreuen“, sagt Mariotti. Er zögerte nicht lang, hängte seinen Job bei einer Firma in Kamen an den Nagel und sagte zu. Für ein Jahr stellt der Chef Mariotti frei.

Der Schweizer ist die Idealbesetzung in dieser Position. Schließlich ist er im Fußball zu Hause. Er war selbst Profi, spielte für den MSV Duisburg. Manchmal half er vor dem Nachmittagstraining noch in der Eisdiele seiner Familie in Köln aus. Anschließend verschlug es ihn ins Sauerland, wo er im Vertrieb einer Zeitung arbeitete und begann, Fußball-Training zu geben. Mittlerweile hat er die A-Lizenz.

Mit den Neuzugängen ging er am Anfang eine Liste mit den wichtigsten Fußball-Vokabeln durch. Aber besonders der ebenfalls sprachbegabte Mkhitaryan, er spricht neben seiner Muttersprache auch Englisch, Französisch, Portugiesisch und Russisch, ist diesem Einmaleins schnell entwachsen. Er versteht schon gut Deutsch, stand schon nach wenigen Tagen beim BVB vor dem Dessertbuffet und verkündete den Kollegen: „Ich möchte gerne Obstsalat essen.“

Tag und Nacht bereit

Die Integration schreitet schnell voran. „Das sind nette Jungs“, sagt Mariotti. Nach der Rückkehr aus dem Trainingslager begann seine Arbeit erst richtig. Schließlich geht es für das Trio darum, den Alltag zu bewältigen: Bankangelegenheiten klären, Immobilien finden, Papierkram erledigen. „Ich stehe den Neulingen Tag und Nacht mit Rat und Tat zur Verfügung“, sagt Massimo Mariotti, betont aber, dass er sich sonst gern im Hintergrund hält. Wie es sich für einen Schattenmann gehört.

 
 

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