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Werden zigtausend Fußballfans um ihr Geld gebracht? Insolventes Stadion-Bezahlsystem behält Restguthaben vorerst ein

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Auch beim BVB zahlte man jahrelang mit Justpay. Foto: dpa
  • Justpay ist ein bargeldloses Stadion-Bezahlsystem
  • Auch in Dortmund konnte man damit jahrelang Wurst und Bier kaufen
  • Jetzt ist der Anbieter pleite – und rückt die Restguthaben nicht heraus

Hamburg. 

Ärger um das Stadion-Bezahlsystem „Justpay“. Seit Jahren sorgt der Anbieter für bargeldlosen Bier- und Wurstkauf in vielen deutschen Fußballstadien.

Nun ist er pleite – und die Fans kriegen das Restguthaben auf ihren Chipkarten nicht zurück.

Bargeldlos Wurst und Bier kaufen

Durch Justpay konnte mit einer Karte an Verkaufsständen in den Arenen bezahlt werden. Die lud man vorher oder vor Ort mit einem Betrag seiner Wahl auf und musste sie an den Kassen nur noch an einen Scanner halten.

Bei Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern, in deren Stadien Justpay noch Bezahlsystem ist, können die Fans ihre Chipkarten nun aber getrost zu Hause lassen. Denn Justpay-Betreiber „Payment Solutions“ ist insolvent und hat angekündigt, dass mit den Karten ab sofort nicht mehr bezahlt werden kann.

Restguthaben nicht auszahlbar

Und es kommt noch schlimmer: Auch die Restguthaben auf den Karten der vielen tausend Stadiongänger werden vorerst nicht ausbezahlt. „Eine abschließende Entscheidung über die Behandlung der bestehenden Guthaben auf den Karten kann voraussichtlich erst im Juli getroffen werden“, sagt das Hamburger Unternehmen gegenüber der Allgemeinen Zeitung.

Gut möglich also, dass das Guthaben einfach verfällt. Das sorgt in den Fangemeinden selbstverständlich für Wut und Unverständnis. Alleine in Frankfurt sind 60.000 bis 70.000 Bezahlkarten im Umlauf. Laut AZ wir das gesamte Restguthaben dort auf rund 500.000 Euro geschätzt.

Anbieter in drei weiteren Stadien

Auch bei Hertha BSC, dem FC Augsburg und Dynamo Dresden wird mit Justpay-Karten bezahlt. Diese Vereine versicherten jedoch, dass die Insolvenz keinen Einfluss auf die Bezahlung im Stadion hat und Fans nicht um ihr Geld bangen müssen.

Über die Stirn wischen können sich auch die Fans von Borussia Dortmund. Auch beim BVB war Justpay jahrelang der Bezahlkarten-Anbieter. Erst 2015 wurde der Vertrag mit Justpay beendet und ein eigener Stadiondeckel eingeführt.

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