Watzke macht sich "um den BVB keine Sorgen"

David Nienhaus
Nach dem souveränen 4:0-Sieg gegen Aufsteiger Augsburg war auch bei BVB-Boss Hans-Joachim Watzke die Erleichterung zu sehen. Auch wenn sich Watzke keine Sorgen um seine Borussia gemacht hat, tut der Sieg vor der Länderspielpause dennoch gut.

Dortmund. Herr Watzke, sind Sie froh über das Ende der Ergebniskrise?

Hans-Joachim Watzke: Eine Ergebniskrise ist leicht übertrieben. Wir sind natürlich froh, dass wir das Spiel so klar gewonnen haben, darüber freuen sich auch unsere Fans. Nach der 0:3-Niederlage in Marseille waren wir etwas verunsichert, ich wusste nicht mal mehr, wann wir das letzte Mal 0:3 verloren haben. Hinzu kommt noch, dass die Mannschaft nach dem Auswärtsspiel am Mittwoch etwas müde war. Insgesamt bin ich deshalb auch zufrieden mit dem Spiel heute.

Wie bewerten Sie die ersten 30 Minuten des Spiels?

Watzke: Die erste halbe Stunde war zäh, aber das hatte ich auch wegen der genannten Gründe so erwartet. Du kannst nach einem Spiel am späten Mittwochabend nicht gleich auf Betriebstemperatur sein. Unsere Mannschaft ist noch nicht so reif und abgezockt - aber das haben wir auch immer selber gesagt. Das ist okay, wir wollen dazulernen und uns weiterentwickeln.

Mario Götze hat gegen Augsburg zentral gespielt. Ist das vielleicht die bessere Variante als über rechts zu kommen?

Watzke: Weiß ich nicht. Mario hat ja heute nicht nur zentral gespielt, sondern ist nach Barrios' Einwechslung auf rechts ausgewichen, weil sich Lewandowski hat fallen lassen. Götze kann beide Positionen spielen. Das ist überhaupt kein Problem für ihn.

Jetzt ist Länderspielpause. Sind Sie mit der bisherigen Ausbeute Ihrer Mannschaft zufrieden?

Watzke: Nach acht Spielen 13 Punkte zu haben, ist okay für uns, Wir sind nicht der klassische Titelverteidiger und wir sind nicht automatisch die Gejagten. Wenn wir nach diesem Spieltag auf Platz vier oder fünf stehen, ist das okay. Das ist keine Traumplatzierung, aber wir können gut damit umgehen. Es ist ungefähr das, was wir uns erdacht haben.

Aber Ihre Mannschaft kommt nicht an das spielerische Niveau der Meistersaison ran.

Watzke: Es wird ja immer viel über die Vergangenheit gesprochen. Es gibt ja sogar Leute, die noch erzählen, dass es in der DDR auch schön war. Wir haben letztes Jahr nicht jedes Spiel so gut gemacht, wie es jetzt gemacht wird. Sondern auch da hatten wir Spiele, in denen wir einfach 'nur' gepunktet haben. Und auch diese Saison punkten wir. Und auch diese Saison haben wir schon wieder ordentlich Spiele gezeigt. Macht euch mal um Borussia Dortmund keine Sorgen.

Ist jetzt Lewandowskis Knoten geplatzt? Sind Sie froh, dass sich die Geduld ausgezahlt hat?

Watzke: Wir wissen gut, dass sich Warten und Geduld auszahlen. Das wissen nicht alle Menschen, aber wir können das gut einschätzen. Wir wissen, was wir an Robert Lewandowski haben und wir wissen, dass wir ab und an Geduld haben müssen. Die Mannschaft ist stabil und kann Fußball spielen.

Sind Sie froh, dass Ihre Mannschaft jetzt in der Länderspielpause etwas durchatmen kann?

Watzke: Durchatmen ist in diesem Fall nicht richtig, weil die Hälfte unserer Spieler mit ihren Nationalmannschaften unterwegs ist. Da wird nicht durchgeatmet, sondern das ist der nächste Stress. Eigentlich ist das schade, denn man hätte gut zehn Tage mit allen Spielern konsequent arbeiten können. Aber darüber ärgern wir uns nicht, sondern nehmen es, wie es kommt. In Bremen geht es dann zur Sache.

(aufgezeichnet von David Nienhaus)