Watzke ist erschüttert und spricht von Skandal

Es war ein intensives Spiel zwischen dem BVB und Mainz. Die Emotionen kochten in den letzten 120 Sekunden hoch. Durch eine strittige Situation, in der die Borussia an den Fair-Play-Geist appellieren, kippt die Stimmung. Watzke spricht von Skandal.

Dortmund. Es war ein intensives Spiel zwischen dem BVB und Mainz. Die Emotionen kochten in den letzten 120 Sekunden hoch. Durch eine strittige Situation, in der die Borussia an den Fair-Play-Geist appellieren, kippt die Stimmung. Watzke spricht von Skandal.

Thomas Tuchel: Ich bin mit dem Spiel meiner Mannschaft grundsätzlich sehr zufrieden. Wir waren über die ganzen 93 Minuten sehr präsent und wach und haben für unsere Verhältnisse trotz des frühen Gegentores ein gutes Spiel gemacht. Der Elfmeter hätte eine Vorentscheidung sein können, glücklicherweise konnten wir den halten. Danach hat unsere Körpersprache gestimmt und wir waren weiter fleißig. Ich bin sehr glücklich, dass uns so spät dann das Tor gelungen ist. Ich bedauere aber die Umstände. Das Spiel darf jetzt nicht auf die eine Szene reduziert werden. Keiner meiner Spieler hat bis zum Torabschluss wahrgenommen, dass ein Spieler am Boden lag. Ich möchte nicht, dass meinen Spielern da etwas unterstellt wird. Unterm Strich war das Tor aber auch verdient.

Jürgen Klopp: Es war genau das intensive Spiel, das wir erwartet hatten. Gegen einen Gegner, der schon neun Mal auswärts gewonnen hat. Daher wussten wir, wie schwer das heute werden würde. Idealerweise muss man dann aber auch seine Möglichkeiten nutzen. Abgesehen vom Elfmeter haben wir uns zwei, drei gute Möglichkeiten erarbeitet, mussten aber ständig unheimlich hohen Aufwand betreiben, um gegen Mainz zu verteidigen. Das haben wir richtig gut gemacht. Das Unentschieden geht für mich in Ordnung, weil Mainz einfach das ganze Spiel über gefährlich geblieben ist. Wir haben unglaublich viel investieren müssen – macht ja nichts, wir hatten ja nichts anderes zu tun – und sind dafür mit einem Punkt belohnt worden. Das sieht vielleicht nicht jeder so, aber das war der 62. in dieser Saison. Da gibt es schlimmere Dinge. Zu den Umständen rund um den Ausgleich: Natürlich halte ich es für möglich, dass kein Mainzer etwas gesehen hat. Die Art und Weise, wie das Tor entstanden ist, war nicht glücklich.

Hans-Joachim Watzke: Es war ein intensives Spiel, das wussten wir auch vorher. Es war sicherlich auch kein besonders gutes Spiel. Aber am Ende hätten wir das Spiel wohl 1:0 gewonnen, aber was sich da dann in der 89. Minute abgespielt hat, da haben die Mainzer das Fairplay mit Füßen getreten. Das ist eigentlich ein Skandal. Ich habe mir das noch einmal angeschaut: In dem Moment, wo Mainz über die rechte Seite kommt, schreit die halbe Bank „Weiterspielen, weiterspielen!“ – und das mache die auch ganz großartig. Für zwei Klubs, die so miteinander befreundet sind, finde ich das erschütternd. Wenn das umgekehrt der Fall gewesen wäre, wäre ich mehr als entsetzt gewesen, weil das einfach unanständig ist. Da können wir das Gerede um Fairplay auch sein lassen und wieder Wild West machen. Das hätte ich vielen zugetraut, aber nicht den Mainzern. Das ist alles sehenden Auges passiert – und das ist ein Skandal. Trotzdem muss man so ein Spiel einfach auch mal 1:0 gewinnen. Dass wir das Spiel vorher hätten entscheiden können, stimmt. Aber so ein Spiel muss man auch mal über die Zeit retten.

Marcel Schmelzer: Es ist ärgerlich für uns, dass wir das Spiel noch aus der Hand gegeben haben. Und dann auch noch in der letzten Minute. Wir wussten, dass Mainz über die Zweikämpfe kommt und ein schwieriger Gegner ist. Aber über 89 Minuten waren wir die bessere Mannschaft und haben ja auch geführt. Natürlich hätten wir nachlegen sollen. Wir müssen konsequent arbeiten und uns Chancen erarbeiten. Das hat heute nicht geklappt. Wir haben das in der Pause auch angesprochen, aber konnten es nicht umsetzen.

Nuri Sahin: Ich habe jetzt nicht die Bilder vom Ausgleich gesehen. Wir hätten vorher einfach erhöhen müssen. Ich hatte das 2:0 auf dem Fuß und den Elfer verschossen. Der war nicht gut geschossen. In dieser Saison hatte ich zwei verschossen und gedacht, dass ich es noch einmal versuche. Aber der ist auch nicht reingegangen und damit ist die Sache mit den Elfmetern erstmal für mich durch.

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir dieses Jahr etwas ganz Großes schaffen werden. Das sind alles Schläge, die wir einstecken müssen, aber wir fallen nicht um. Ich kenne unsere Mannschaft und unseren Verein und weiß, dass wir mental sehr stabil sind und es dieses Jahr schaffen werden.