Warum der FC Barcelona bei Ousmane Dembélé eine riskante Wette eingeht

David Herten
Ousmane Dembélé: Wie entwickelt er sich in den kommenden Jahren?
Ousmane Dembélé: Wie entwickelt er sich in den kommenden Jahren?
Foto: imago/Jan Huebner

Dortmund/Barcelona. Bis zu 150 Millionen Euro wird der FC Barcelona für Ousmane Dembélé wohl auf den Tisch legen und Borussia Dortmund den zweitteuersten Transfer der Fußballgeschichte (hier alle Details zum Deal) bescheren.

Wenn wir einen Blick auf die besonders kostspieligen Wechsel der vergangenen Jahre werfen, wird sofort klar: Es waren immer fertige Weltstars, die für gigantische Summen die Vereine wechselten.

--------------------

Mehr Themen:

Wird Ousmane Dembélé beim FC Barcelona der teuerste Bankdrücker der Fußballgeschichte?

Wie macht er DEN denn? Unfassbarer Treffer von Gylfi Sigurdsson: Sehen wir hier das Tor des Jahres?

Nach Supercup-Finale: Brutaler Angriff auf BVB-Fans im Bochumer Bermuda-Dreieck!

--------------------

Große Summen für große Spieler

So kam Paul Pogba vergangenes Jahr für 105 Millionen Euro von Juventus Turin zu Manchester United. Barca sicherte sich 2014 für 82 Millionen Euro die Dienste von Luis Suarez. Gareth Bale wechselte 2013 für 101 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zu Real Madrid. Fünf Jahre zuvor hatten die „Königlichen“ für 94 Millionen Euro Cristiano Ronaldo in die spanische Hauptstadt gelotst.

Wenn solche Mega-Summen im Spiel waren, ging es immer um die größten Stars. Es ging um Spieler, die zuvor bereits jahrelang bewiesen haben, dass sie konstant eine Weltklasse-Leistung abliefern und im Konzert der ganz Großen mitmischen können.

Dembélé: Investition in die Zukunft

Bei Dembélé ist es anders. Der Franzose ist (noch) nicht auf dem Level, auf dem die zuvor genannten Spieler waren, als sie für solch enorme Ablösesummen den Verein wechselten.

Mit seinen 20 Jahren ist er noch sehr jung und unerfahren. Er hat – bei allem Respekt vor der Ligue 1 – erst eine Saison in einer europäischen Top-Liga hinter sich, und auch erst eine handvoll Champions-League-Spiele.

In der vergangenen Saison ließ Dembélé beim BVB immer wieder erahnen, welch großes Talent er besitzt. Der Offensivspieler lieferte einige starke Partien ab. Doch in manchen Spielen tauchte er völlig unter. Teilweise schwankte seine Leistung sogar innerhalb eines einzelnen Spiels.

Seine Leistung war unkonstant, für einen (damals) 19-Jährigen absolut verständlich und üblich. Weniger üblich ist es hingegen, dass ein Verein für einen solch „unfertigen“ Spieler eine derart schwindelerregende Summe auf den Tisch legt.

Barcelonas riskante Wette

Barca schließt eine riskante Wette ab. Einen akzeptablen Gegenwert für die irre Ablöse erhält der Verein nur, wenn Dembélé in den kommenden Jahren die Entwicklung nimmt, die ihm viele Experten zutrauen.

Sollte der Franzose in den kommenden Saison keine weiteren großen Schritte nach vorne machen, hätte Barca sich mächtig verpokert. Und dass es verheißungsvolle Supertalente verpassen können, bei größeren Vereinen eben jene weitere Entwicklungsschritte zu gehen, weiß man in Dortmund ganz genau.

Verletzungen, große Konkurrenz im Kampf um Stammplätze, Anpassungs-Schwierigkeiten im neuen Umfeld und Spielsystem: Es kann viele Ursachen dafür geben, dass die Entwicklung eines Spielers ein überraschend frühes Ende nimmt.

Wie Dembélés Zukunft aussehen wird? Wir werden es mit Spannung verfolgen.