Warum der BVB nach der Schall-Attacke schweigt

BVB-Anhänger mit Plakaten gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Foto: imago
BVB-Anhänger mit Plakaten gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Foto: imago
Die Methode, tausende BVB-Anhänger durch schrille Schallgeräusche übertönen zu wollen, ist nicht akzeptabel. Doch letztlich sind Dortmunds Fans in Hoffenheim Opfer des Geistes geworden, den sie selbst jahrelang herbeigerufen haben. Ein Kommentar.

Essen. Die Geschichte, die man aus Hoffenheim hört, klingt im ersten Moment wie ein Fall fürs Satiremagazin. Ein Hausmeister im einsamen Kampf gegen einen Fan-Block? Aber so einfach ist das nicht. Und so witzig schon gar nicht. Die Methode, tausende BVB-Fans durch schrille Schallgeräusche übertönen zu wollen, ist nicht akzeptabel. Sie wird auch nicht besser, sollte es sich tatsächlich um den Alleingang eines Hausmeisters handeln.

BVB unterscheidet Ursache und Wirkung

Bemerkenswert sind andere Facetten des Falls. Dass Borussia Dortmund am Montag seinen empörten Fans mit keinem Wort zur Seite gesprungen ist, lässt tief blicken. Noch einmal: Die Schall-Attacke ist nicht zu entschuldigen. Aber bei der Borussia unterscheidet man offenbar sehr wohl zwischen Ursache und Wirkung.

Von kaum einer anderen Fan-Gruppe ist Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp über Jahre so übel unter der Gürtellinie beschimpft worden wie von einem Teil der BVB-Fans. Das Schweigen der Borussia lässt sich nur als Scham interpretieren. Letztlich sind Dortmunds Fans die Opfer des Geistes geworden, den sie selbst jahrelang herbeigerufen haben.

 
 

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