Dortmund

Warum Borussia Dortmund vor dem FC Salzburg gewarnt sein sollte

Peter Stöger.
Peter Stöger.
Foto: firo

Dortmund.  So ganz einig sind sie sich nicht bei Borussia Dortmund: „Nein“, sagt Trainer Peter Stöger grinsend auf die Frage, ob er in den vergangenen Tagen nachdrücklich mehr Leidenschaft und Engagement von seiner Mannschaft gefordert habe.

„Ich wollte gerade eigentlich mit Ja antworten“, sagt Marcel Schmelzer, der neben ihm sitzt. Er grinst ebenfalls. Und dann präzisiert der Mannschaftskapitän des BVB, wann jene deutlichen Worte fielen: nach dem enttäuschenden 1:1 in der Bundesliga gegen den FC Augsburg, vor dem zufriedenstellenden 1:1 gegen RB Leipzig – in dem die Dortmunder prompt mit dem gewünschten Kampfgeist zu Werke gingen.

Ein gefährlicher Außenseiter

Diesen Geist werden sie auch am Donnerstag (19 Uhr/Sky) brauchen, wenn es im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals gegen den FC Salzburg geht. Salzburg klingt zwar nicht nach europäischer Spitzenklasse, wenn man Real Madrid oder Tottenham Hotspur gewohnt ist. Doch vor dieser Sichtweise warnt Stöger eindringlich: Der Tabellenerste der österreichischen Bundesliga möge aufgrund seiner Herkunft Außenseiter sein, aber er sei trotzdem „ein gefährlicher Außenseiter“. Kein Zwerg, allenfalls ein Scheinzwerg.

Es ist eine Konstellation, die sie schon kennen in Dortmund: „Auch Atalanta Bergamo hat nach außen etwas leichter gewirkt, als wir intern wussten“, sagt Schmelzer in Erinnerung an die vorherige Runde. „Wir haben großen Respekt, wir wissen, dass es wieder sehr schwer wird.“

Die Zahlen geben ihm recht. Seit 17 Europapokalspielen ist Salzburg ungeschlagen – während dem BVB in der laufenden Saison nur ein Sieg in Europa gelang. „Das kann ein spannendes Spiel werden“, sagt Stöger.

Auch bei den Salzburger Fans ist die Vorfreude groß, 2000 Anhänger reisen mit nach Dortmund – Rekord für Salzburg. Ein Sonderzug mit 1000 Plätzen war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Die BVB-Fans sind weniger elektrisiert, das Rückspiel in Salzburg in der kommenden Woche werden sie boykottieren – wie schon jenes in der Bundesliga am Samstag bei RB Leipzig. Dass beide Klubs zu großen Teilen vom Getränkekonzern Red Bull alimentiert werden, ist ihnen ein Dorn im Auge.

Zwar sind die beiden Klubs auch auf Druck der Uefa inzwischen entflochten, doch die Parallelen bleiben groß. Auch weil Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick diese Funktion bis 2015 in beiden Klubs ausübte – und eine ähnliche Spielweise etablierte. „Auch Salzburg versucht, früh zu stören, aktiv zu sein, früh anzulaufen“, sagt Stöger.

Exakt gleich ist der Stil nicht. Aber doch so ähnlich, dass das Gegenmittel das gleiche sein soll wie gegen Leipzig: Engagement, Leidenschaft – und weitgehend das Personal, das gegen Leipzig auflief, mit der Viereroffensive aus André Schürrle, Mario Götze, Marco Reus und Michy Batshuayi. Zuletzt holperte es im Zusammenspiel ein wenig, weil alle vier in der Hinrunde selten spielten und entsprechend wenig Rhythmus haben.

Es geht um den Rhythmus

Gerade deswegen hält der Trainer an dieser Konstellation fest: „Im Normalfall kommst du über Spiele in den Rhythmus, wenn du es richtig dosierst“, sagt er. „Da ist jedes Spiel auf Strecke ein positives Signal. Deswegen versuchen wir, den Jungs, die lange raus waren, viel Spielzeit zu geben. Und die Jungs verdienen es sich derzeit.“ Unter anderem mit jenem Einsatz, den Stöger so gern von seinem gesamten Team sehen will.

 
 

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