Vorfreude und ein bisschen Ehrfurcht beim BVB

Thorsten Schabelon
Nervös vor dem Champions-League-Auftakt: Die Spieler von Borussia Dortmund.
Nervös vor dem Champions-League-Auftakt: Die Spieler von Borussia Dortmund.
Borussia Dortmund kehrt nach achteinhalb Jahren Pause in die Champions League zurück und trifft am Dienstag auf Arsenal London. BVB-Trainer Jürgen Klopp empfiehlt: „Die Jungs sollen das Spiel genießen.“

Dortmund. Nach achteinhalb Pause läuft Borussia Dortmund am heutigen Dienstagabend wieder in die Champions League auf. Die Vorfreude war, trotz der Bundesliga-Pleite am Samstag gegen Hertha BSC Berlin, schon gestern Abend unübersehbar. Jürgen Klopp, Champions-League-Debütant, und die Kapitäne Sebastian Kehl und Roman Weidenfeller, die beide schon in der Königsklasse gespielt haben, waren in lockerer gelb-schwarzer Arbeitskleidung zur Pressekonferenz in den Signal Iduna Park gekommen. Die Stimmung: locker, gelöst und mit Vorfreude auf den Abend mit Arsenal. Beim Weg zum Podium mischte sich dann noch ein wenig Ehrfurcht in die Gemengelage. Klopp und Co. trafen Arsenal-Trainer Arsene Wenger am Fahrstuhl, dessen Klub zum 14. Mal in Folge in der Champions League mitspielt. „Er ist ein ganz großer Kollege. Eine der beeindruckendsten Personen, die ich kenne“, sagte Jürgen Klopp. In den 90 Minuten werden sich beide morgen nicht an der Linie sehen. Wenger ist noch gesperrt, fiebert auf der Tribüne mit. „Mir wäre es lieber gewesen, wenn van Persie, Walcott oder Gervinho nicht unten hin dürften“, scherzte Jürgen Klopp.

Ein Satz, stellvertretend für die schwarzgelbe Vorfreude, endlich wieder im Kreis der Besten mitspielen zu dürfen. „Wir wollen uns jetzt nicht über die Bundesliga Gedanken machen. Die Jungs sollen das Spiel genießen. Es ist ein neuer Wettbewerb für uns“, sagte Klopp. „Die Vorfreude ist schon sehr groß. Wir haben lange genug dafür gearbeitet“, ergänzte Sebastian Kehl. Der war am Samstag gegen Berlin gesperrt und kehrt gegen die Londoner in den Kader zurück. Kehl bringt Arsenal-Erfahrung mit. „Ich habe zwei Mal gegen sie gespielt. Aber das ist ein paar Jahre her.“ Es war im Oktober 2002, der BVB gewann in Dortmund gegen die damals schon von Wenger trainierten Gunners mit 2:1.

Kehl war ein begehrter Ansprechpartner

Für die jüngeren Spieler im Kader, die bislang allesamt die Champions League nur aus dem Fernsehen und von der Playstation kommen und die jetzt endlich mal am Dienstag auf den Rasen dürfen, war Kehl deshalb ein begehrter Ansprechpartner. „Die Jungs haben mich schon hier und da gefragt. Und ich würde mich freuen, wenn ich meine Erfahrung einbringen kann“, sagte der 31-Jährige.

„Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen und müssen aus einer kompakten Defensive herausspielen“, sagte Roman Weidenfeller. Das schwarzgelbe Ziel des Abends ist klar: „Wir wollen den ersten Heimsieg holen“, stellte der BVB-Torwart klar.