Viel BVB-Lob für Mkhitaryan nach Tor gegen Schalke

Da ist er drin: Henrikh Mkhitaryan grätscht den Ball ins Schalker Tor, Timon Wellenreuther (li.) und Atsuto Uchida (hinten) können nur hinterherschauen.
Da ist er drin: Henrikh Mkhitaryan grätscht den Ball ins Schalker Tor, Timon Wellenreuther (li.) und Atsuto Uchida (hinten) können nur hinterherschauen.
Foto: Getty
Mit seinem Tor beim 3:0 gegen Schalke belohnte sich Mkhitaryan für eine gute Leistung. Nun hofft man beim BVB, dass der Knoten endlich geplatzt ist.

Dortmund.. Natürlich sprach nach dem Spiel alles über diesen verrückten Torjubel. Über Pierre-Emerick Aubemeyang und Marco Reus, die nach dem 1:0-Treffer des Gabuners für Borussia Dortmund in die Masken der Comic-Helden Batman und Robin schlüpften und so das erste Tor beim 3:0 gegen Schalke 04 feierten.

Ein Jubel, den die BVB-Mitspieler später durchweg als kreativ und witzig lobten – zu dem Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Jürgen Klopp aber anmahnten, es möge bitte bei dieser einmaligen Aktion bleiben. Klopp freute sich mehr über die Freude nach dem 2:0, dass Henrikh Mkhitaryan erzielt hatte. „Da wollten alle draufhüpfen, glaube ich“, sagte er. „Den wollten alle plattmachen.“

Bislang war er das Dortmunder Sorgenkind

Und Zorc ergänzte: „Für Mkhitaryan freue ich mich besonders, dass ihm endlich jetzt dieses Tor gelungen ist.“ Denn bislang war der Armenier das Dortmunder Sorgenkind in einer ohnehin schwierigen Saison gewesen. Vor anderthalb Jahren für die BVB-Rekordsumme von 27,5 Millionen Euro von Schachtjor Donezk gekommen, hatte der 26-Jährige nach ordentlicher Debütsaison völlig den Faden verloren. Zwar konnte man ihm das Bemühen und seine starken fußballerischen Fähigkeiten nie absprechen – doch Mkhitaryan wirkte oft hektisch und übermotiviert, traf viele falsche Entscheidungen und stürzte sich immer wieder in Dribblings, die zum Ballverlust führten. Hinzu kamen bereits bekannte Schwächen bei der Chancenverwertung, sodass nach 22 Spielen keine einzige Torbeteiligung zu Buche stand – für einen Offensivspieler ein katastrophaler Wert. Und so fand sich der Spielmacher immer öfter auf der Ersatzbank wieder.

Im Revierderby gegen Schalke aber durfte er den wegen den Folgen einer Magen-Darm-Grippe fehlenden Kevin Kampl auf der rechten Seite vertreten – und machte dies mehr als ordentlich, nachdem Trainer Jürgen Klopp schon den Auftritt des Armeniers bei der „Ich finde, er hat schon in Turin aufsteigende Form gehabt“, lobte Zorc. „Und die hat er heute noch einmal bestätigt.“ Trainer Klopp lobte vor allem Mkhitaryans Arbeit gegen den Ball: „Es war defensivtaktisch das beste Spiel, das er für Borussia Dortmund gemacht hat.“ Doch auch offensiv sorgte der Zehner für wichtige Impulse, weil er das Spiel immer wieder beschleunigte – insgesamt wirkte er deutlich selbstbewusster als in den vergangenen Wochen.

Eine Last fiel von Mkhitaryan ab

„Wir haben viel mit ihm gesprochen und ihm immer wieder gesagt, wie gut wir ihn finden und wie wichtig er für die Mannschaft ist“, erklärte Kapitän Mats Hummels. „Und das freut uns jetzt natürlich auch, dass er sich schon in die Statistiken eintragen konnte. Er hat gerade auch schon einen deutlich gelösteren Eindruck gemacht.“ Tatsächlich machte Mkhitaryans ausgelassener Jubel deutlich, was für eine Last da von ihm abgefallen war.

Nun ist die Hoffnung in Dortmund groß, dass der Knoten beim Armenier endlich geplatzt ist, dass sein Treffer ihm Selbstvertrauen gibt und er sein Können nicht länger nur andeutet, sondern regelmäßig abruft. „Wir haben ja alle gemeinsam auf dieses Tor gewartet, weil es natürlich eine Befreiung sein kann“, schmunzelte Trainer Klopp. „Inwiefern das jetzt wirklich so kommt, muss man abwarten. Wir sind alle auf einem guten Weg, müssen aber genauso weiter machen – auch Henrikh Mkhitaryan.“

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