Schweiger Sokratis spielt beim BVB-Saisonstart eine Hauptrolle

Seit einem Jahr spielt der griechische Innenverteidiger Sokratis bei Borussia Dortmund. Als Vertreter der verletzten Stammspieler Neven Subotic und Mats Hummels machte er seine Sache bisher glänzend. Auch zum Saisonstart dürfte er sehr wichtig für den BVB werden.

Bad Ragaz.. Manchmal ist es nur ein Buchstabe, der einen gehörigen Unterschied ausmachen kann: Der Grieche Sokrates war Zeit seines Lebens von 469 bis 399 vor Christus derart mitteilsam, dass er es zum wohl bedeutendsten Philosophen der Antike brachte.

Der Grieche Sokratis dagegen hat sich in seinem ersten Jahr als Innenverteidiger bei Borussia Dortmund den Ruf eines stoischen Schweigers erworben. Bislang konnte man nicht ganz sicher sein, ob ihm Medientermine nicht vielleicht noch weniger Freude bereiten als die intensiven Trainingseinheiten, durch die er sich im Trainingslager in Bad Ragaz quälen muss. Und tatsächlich: "Das ist eine Sache, die ich machen muss", brummte er bei der mittäglichen Pressekonferenz im Team-Hotel ins Mikrofon, ohne eine Miene zu verziehen - um dann schnell aufzuklären: "Nein, ich bin sehr gerne hier."

Sokratis als einziger BVB-Innenverteidiger sorglos

Im Schweizer Kurort bereitet sich der BVB derzeit auf die kommende Saison vor. Für die Spieler bedeutet das vor allem körperliche Qualen, zumal Nationalspieler wie Sokratis durch die Weltmeisterschaft nicht eben viel Urlaub hatten. "Klar, es war eine lange und schwere Saison und auch die WM war sicherlich anstrengend", sagt er. "Aber wir hatten genug Zeit, uns zu erholen. Ich bin fit und freue mich auf neue Saison."

In der könnte der Grieche, der mit vollem Namen Sokratis Papastathopoulos heißt, zu Beginn eine wichtige Rolle spielen: Neven Subotic kehrt gerade erst nach einer langwierigen Kreuzbandverletzung zurück ins Teamtraining, Weltmeister Mats Hummels steigt erst kurz vor Saisonbeginn ins Training ein und Neuzugang Matthias Ginter ist erst am Freitag zur Mannschaft gestoßen - Sokratis verbleibt als einziger Innenverteidiger, der einigermaßen sorglos in die Vorbereitung gehen kann.

Den stoischen Dortmunder Griechen bringt nichts aus der Ruhe

Macht ihn das zu Saisonbeginn zu einer zentralen Figur, nachdem er schon in der Vorsaison in Abwesenheit der verletzten Stammspieler Mats Hummels und Neven Subotic überzeugte? "Es ist sicherlich so, dass ich nach einem Jahr viel mehr Erfahrung gesammelt habe in dieser Mannschaft", sagt er vorsichtig. "Aber ich fühle mich genauso wichtig wie alle anderen, die hier sind."

Und die sich mit ihm gemeinsam jeden Vor- und Nachmittag schinden, um die Grundlagen für eine gute Saison zu legen. Nur für den Samstagnachmittag gab Trainer Jürgen Klopp seiner Mannschaft frei - ausgerechnet da regnete es zunächst in Strömen. Einen stoischen Griechen aber bringt das nicht aus der Ruhe: "Es ist ein Tag, an dem wir uns erholen können, das müssen wir nutzen", sagt er achselzuckend. "Gegen das Wetter sind wir machtlos." Warum also viele Worte verlieren.

 
 

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