Roman Weidenfeller will nichts von einer BVB-Krise wissen

Francois Duchateau, aufgezeichnet in der Mixed Zone
BVB-Torwart Roman Weidenfeller ärgerte sich über die Niederlage gegen Hertha BSC.
BVB-Torwart Roman Weidenfeller ärgerte sich über die Niederlage gegen Hertha BSC.
Foto: imago
Obwohl der BVB vier der letzten sechs Spiele verlor und den dritten Platz verlor, will Roman Weidenfeller nichts von einer Krise wissen. Nach dem 1:2 gegen Hertha fahren die Borussen „angesäuert“ in den Urlaub. Der Dortmunder Schlussmann erwartet im Januar 2014 daher eine hoch motivierte Truppe.

Dortmund. Herr Weidenfeller, der BVB wollte sich in die „Winterpause retten“. Gegen Hertha verlief das alles andere als glücklich.

Roman Weidenfeller: „So wollten wir uns natürlich nicht in die Winterpause verabschieden. Wir haben nicht unseren besten Tag erwischt. Es ging zwar gut los, haben aber hinterher vieles vermissen lassen, nicht nur die Torausbeute, sondern letztendlich auch die Punktausbeute.“

Der Start verlief gut. Nach dem 1:0 hatte Lewandowski sogar noch die Chance zum 2:0. Hat der BVB es danach zu locker genommen?

Weidenfeller: „Wie in den letzten Wochen haben wir es zu locker genommen. Die Zielstrebigkeit und die Bereitschaft, ein körperbetontes Spiel abzuliefern, blieb komplett auf der Strecke.“

Es fällt auf, dass der BVB nicht gut dagegenhalten kann, wenn der Gegner körperbetont spielt.

Weidenfeller: „Wir haben sehr viel Substanz auf der Strecke liegen lassen, haben sehr oft mit der gleichen Elf gespielt. Die Jungs haben alles rausgeholt, was ging. Dennoch muss man sagen: Wenn man ein Spiel schon so in diese Richtung dreht, muss man es zuhause nicht verlieren.“

Zuletzt hatte der BVB eine mangelhafte Chancenverwertung, gegen Hertha waren selbst die Mangelware. Beschäftigt die Mannschaft das Thema nun mehr?

Weidenfeller: „Gegen Hertha war entscheidend, dass wir ein ganz schlechtes Passspiel hatten. Wir konnten nicht hinten raus kombinieren, den Körper im Passspiel dazwischenstellen. Das war viel zu nachlässig.“

Mit welchem Gefühl guckt man jetzt auf die Tabelle?

Weidenfeller: „Zum jetzigen Zeitpunkt auf die Tabelle zu gucken, macht keinen Sinn. In der Winterpause ist noch nie etwas entschieden worden. Die Entscheidungen fallen am letzten Spieltag. So lange sollten wir nicht warten. Für uns ist entscheidend, dass wir 2014 anders angehen und das alte Borussia-Gesicht zeigen und nicht das der letzten Wochen.“

Was muss sich ändern?

Weidenfeller: „Für mich ist entscheidend, dass wir frisch aus dem Urlaub zurückkehren und dann gemeinsam wieder neu angreifen und uns den Aufgaben stellen, die wichtig sind – das ist die Bundesliga. Die Bundesliga ist das Entscheidende, um sich zu qualifizieren für den internationalen Wettbewerb.“

Der BVB hat nur vier Punkte aus den letzten sechs Spielen geholt und dabei vier Mal verloren. Es gab lange keine so große Krise beim BVB mehr.

Weidenfeller: „Wir haben keine Krise, aber zu wenig Punkte auf dem Konto. Das wissen wir alle, dafür brauchen wir keine Glaskugel.“

Inwieweit sind sie optimistisch, dass in der Rückrunde alles besser wird?

Weidenfeller: „Das Beste an der Niederlage gegen Hertha ist, dass alle ziemlich angesäuert in den Urlaub gehen und mit einer sehr guten Einstellung wieder zurückkommen.“