Dortmund

Weidenfeller-Abschied: Ein Abend der echten BVB-Treue

Roman Weidenfeller bei seinem Abschiedsspiel in Dortmund.
Roman Weidenfeller bei seinem Abschiedsspiel in Dortmund.
  • Roman Weidenfeller wurde am Freitagabend von über 70.000 Dortmundern emotional verabschiedet
  • Auch andere BVB-Helden wurden gefeiert

Dortmund. Es ging auf 20.30 Uhr zu, die meisten der 70.109 Zuschauer hatten das Dortmunder Stadion längst verlassen, da kam Roman Weidenfeller vom letzten seiner vielen offiziellen Termine an diesem Freitagabend und ging ein vorerst letztes Mal in Richtung Mannschaftskabine.

Da ertönten aus 50 Metern Entfernung laute „Roman, Roman!“-Rufe. Ein kleines Häufchen Fans hatte sich noch an einem Zaun versammelt und rief den Torhüter zu sich. Und der ging geduldig hinüber und erfüllte auch diesen Wunsch nach Autogrammen und gemeinsamen Fotos.

Emotionaler Abschied von Roman Weidenfeller

Der 38-Jährige stand natürlich im Mittelpunkt an diesem Abend, denn die ganze Veranstaltung war ja nur seinetwegen organisiert worden: Weidenfellers Abschiedsspiel, nach 19 Jahren als Bundesliga-Torwart, 16 davon beim BVB.

Eine so lange Zeit bei nur einem Verein – das ist selten geworden im schnelllebigen Fußballgeschäft. Auch deswegen wurde Weidenfeller erst der achte Borusse, dem diese besondere Ehre eines Abschiedsspiels gegönnt wurde. Und weil er für die erfolgreichste Ära der jüngeren Vereinsgeschichte mit zwei Deutschen Meisterschaften und einem DFB-Pokalsieg maßgeblich verantwortlich zeichnete.

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Viele frühere Weggefährten waren nun gekommen, vom BVB ebenso wie aus der Nationalmannschaft und vom 1. FC Kaiserslautern, seiner ersten Profistation. Und so wurde es für das Publikum ein emotionales Wiedersehen mit den Helden von einst: Mit Marcio Amoroso, der den Klub 2002 zur Deutschen Meisterschaft geschossen hatte.

Mit Kevin Großkreutz, der wegen einer Verletzung allerdings nicht spielen konnte. Mit Dede, dem bis dato letzten Spieler, für den es ein Abschiedsspiel gegeben hatte. Mit Christian Wörns, Jan Koller und vielen weiteren. Lukas Podolski war extra aus Japan eingeflogen und bekam fast ebenso viel Beifall wie die BVB-Legenden.

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Wem Weidenfellers Abgang noch nicht genug Emotionen bot, bekam noch den offiziellen Abschied der Publikumslieblinge Sven Bender und Neven Subotic geboten, die im vergangenen Sommer bzw. Winter recht kurzfristig den Klub verlassen und daher bislang keine Gelegenheit gehabt hatten. Und auch der langjährige Torwarttrainer Teddy de Beer wurde in den Fast-Ruhestand verabschiedet – wie Weidenfeller übernimmt er künftig repräsentative Aufgaben.

Auch Klopp wird gefeiert

Und dann war da noch Jürgen Klopp, der als Trainer die erfolgreichste Zeit von Weidenfeller verantwortete und in Dortmund immer noch fast kultisch verehrt wird. Er wurde kaum weniger lautstark gefeiert als der Gastgeber Weidenfeller. „Überragend“, staunte der aktuelle Trainer des FC Liverpool. „So eine Vereinstreue wird es das nicht mehr so oft geben. Umso schöner ist, dass es das gibt und dass Roman das heute so erleben durfte.“

Ein Spiel nämlich zwischen einer Auswahl alternder BVB-Helden auf der einen und Weggefährten aus Nationalmannschaft und Kaiserslautern auf der anderen, dass die Dortmunder 4:1 gewannen. Das Tempo und das spielerische Niveau waren überschaubar angesichts des fortgeschrittenen Alters der Protagonisten, doch dem Publikum war es egal. Es feierte Weidenfeller bei jeder sich bietenden Gelegenheit – und geboten wurden einige: Zwei Elfmeter hielt er – wobei der von Podolski eher eine Rückgabe war: „Ich habe mit Poldi im Trainingslager zur WM 2014 unheimlich viele Elfmeter geübt“, erzählte ein strahlender Weidenfeller, nachdem die Partie und die obligatorischen Ehrenrunden absolviert waren. „Er hat mir damals die Dinger so oft um die Ohren gehauen, da wollte er mir den heute wohl schenken.“

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Damit nicht genug, gleich zwei Tore erzielte der Gastgeber selbst: eins per Elfmeter und eins aus dem Spiel heraus, als er aus dem eigenen Kasten bis in den gegnerischen Strafraum stürmte. „Meine linke Klebe war schon immer gut, aber ich kam nie in den Strafraum“, witzelte er später. Natürlich geht auch ein kleiner Dank an die Abwehrkette: Wenn Metze (Christoph Metzelder, Anm. d. Red.) und Per (Mertesacker) da ernst gemacht hätten, wäre ich durch die deutsche Wand nicht durchgekommen.“

Die ganze Nacht gefeiert

Aber es sollte ja der Spaß im Vordergrund stehen an diesem Abend, der mit Abpfiff noch lange nicht beendet war: Rund 300 Gäste hatte Weidenfeller noch zum Edel-Italiener Vetro geladen, wo buchstäblich die Nacht durchgefeiert wurde. Erst als in Dortmund schon der Morgen graute, machten der Torwart und die letzten Gäste sich auf den Heimweg.

 
 

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