Piszczek will sein Comeback beim BVB noch in diesem Jahr geben

Zum zehnten Mal wurde im Rahmen des "Brinkhoff’s Ballgeflüster" mit Verantwortlichen und Profis von Borussia Dortmund und weiteren Gästen eine Sendung für BVB-Total aufgezeichnet.
Zum zehnten Mal wurde im Rahmen des "Brinkhoff’s Ballgeflüster" mit Verantwortlichen und Profis von Borussia Dortmund und weiteren Gästen eine Sendung für BVB-Total aufgezeichnet.
Foto: BVB
Borussia Dortmunds Außenverteidiger Lukasz Piszczek war lange verletzt. Inzwischen ist in Sachen Comeback für ihn wieder Land in Sicht. Nach monatelanger Reha will der BVB-Spieler noch in diesem Jahr sein Comeback auf dem Rasen geben.

Dortmund. Neulich nach dem Training in der Kabine von Borussia Dortmund. Ilkay Gündogan, seit langem verletzt, wird auf seine Beschwerden angesprochen. Und berichtet aus dem umfangreichen ärztlichen Bulletin für seinen Rücken. Lukasz Piszczek, noch länger verletzt, kommt vorbei. „Meinst du, ich spüre nichts?“, sagt der Außenverteidiger, schmunzelt und geht wortlos weiter. Nach seiner Hüftoperation hat sich der Pole monatelang durch Reha und Aufbautraining gequält. „Er ist sehr weit, etwa bei 90 Prozent“, sagt BVB-Athletiktrainer Andreas Schlumberger.

Herr Piszczek, Sie sind seit einigen Tagen im Mannschaftstraining. Trainer Jürgen Klopp soll gefragt haben, ob da ein Zehner gekommen ist, weil Sie so viel in der Offensive am Ball sind.

Lukasz Piszczek: Es tut auf jeden Fall gut. Im September bin ich ins Laufen eingestiegen. Das Mannschaftstraining ist noch mal ein Belastungssprung. Es ist schön, was mit dem Ball zu machen. Ich bin ja nun mal Fußballer.

Sind Sie komplett beschwerdefrei?

Piszczek: Noch nicht. Nach der langen Pause ist es natürlich vor allem für die Muskeln in der Hüfte eine Belastung. Da wollte der Muskel anfangs nicht immer mitmachen. Aber daran arbeiten wir. Dazu habe ich manchmal Muskelkater, das ist auch noch ein Problem. Und nach zwei Einheiten am Tag fühle ich mich abends ziemlich tot.

Sie waren zu Ihrer Zeit bei Hertha BSC Berlin schon einmal mehrere Monate verletzt. Haben Ihnen diese Erfahrungen in der erneut langen Pause geholfen?

Piszczek: Das kann sein. Aber ich habe mich gedanklich bewusst auf die lange Pause vorbereitet. Ich habe vorher mit Schmerzen gespielt, wusste, dass die Pause kommt und Geduld gefragt ist. Die fünf Monate waren lang und nicht immer einfach. Aber jetzt ist das Ende absehbar. Ich hoffe, dass es noch dieses Jahr mit dem Comeback klappt.

Wie wichtig war in den schwierigen Momenten Ihre Familie mit Ehefrau Ewa und Tochter Sara?

Piszczek: Meine Familie ist immer wichtig. Ich hatte und habe mehr Zeit für meine Frau und meine kleine Tochter. Wenn ich normal trainiere und spiele, bin ich nicht so oft zu Hause, und die Zeit für meine Tochter, die bald drei Jahre alt wird, hat dann schon manchmal gefehlt. Jetzt habe ich viel Zeit mit ihr verbracht und viel Spaß mit ihr gehabt. Das soll auch in Zukunft so bleiben. So finde ich dann auch positive Sachen in so einer langen Verletzung.

Im Fußball wird viel von Druck geredet, den die Profis haben. Hat es sich für Sie in der spielfreien Pause leichter gelebt?

Piszczek: Ja. Druck gehört dazu. Und in der Phase der Operation und Reha waren Stress und Druck auch weg. Das hat mir gut getan, das habe ich gemerkt, ich habe meinen Kopf freibekommen. Wenn ich auf den Platz zurückkehre, wird es mir auch im Kopf besser gehen als vor einem halben Jahr.

Fällt es Ihnen schwer, die Spiele auf der Tribüne zu verfolgen?

Piszczek: Es ist schon schwierig und eine ganz andere Situation. Du willst immer mitmachen, helfen, siehst eine Situation, eine Möglichkeit, den freien Mann. Da unten auf dem Platz geht es immer weiter. Da denkst du nicht über eine nicht genutzte Chance nach, sondern bist wieder im nächsten Zweikampf, in der nächsten Aktion.

Sie könnten bald bei der BVB-Reserve Spielpraxis sammeln und dann wieder bei den Profis auflaufen. Machen Sie sich Gedanken, ob dann Sie spielen werden oder Kevin Großkreutz?

Piszczek: Das wird der Trainer entscheiden. Es wird für mich nicht einfach, weil Kevin es sehr gut macht. Das ist auch gut für unsere Mannschaft, und Konkurrenz gehört einfach dazu.

 
 

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