Dortmund

Ousmane Dembélé: Insider packt über BVB-Streik aus

Ousmane Dembélé streikte sich 2017 zum FC Barcelona.
Ousmane Dembélé streikte sich 2017 zum FC Barcelona.
Foto: dpa

Dortmund. Es war ein heftiges Jahr, das Borussia Dortmund mit Offensiv-Talent Ousmane Dembélé erlebte. Der Franzose kam 2016 im Alter von gerade einmal 19 Jahren zum BVB. Etwa 15 Millionen überwies Borussia Dortmund damals für Ousmane Dembélé.

Nur ein Jahr später wechselte der Franzose für über 100 Millionen Euro zum FC Barcelona. Dazwischen lagen sensationelle Leistungen (etwa im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern), ein Tor des Monats und der Titel „Newcomer der Saison“ - aber auch ein unrühmlicher Spielerstreik.

Ousmane Dembélé streikte sich zum FC Barcelona

Als das Interesse des FC Barcelona klar wurde, fehlte Dembélé einfach tagelang beim Mannschaftstraining, war für niemanden mehr zu erreichen. Der BVB suspendierte Dembélé, bevor der Franzose schließlich zum FC Barcelona wechseln durfte.

Nun packte mit Massimo Mariotti ein Insider über diese schwierigen Tage aus. Der 58-Jährige arbeitete beim BVB jahrelang als persönlicher Betreuer für Stars wie Pierre-Emerick Aubameyang, Sokratis und eben Ousmane Dembélé. Im Interview mit „Spox“ plauderte Mariotti aus dem Nähkästchen.

Dembélés Familie war überfordert

„Er war nie allein, sein Cousin und sein bester Kumpel lebten mit ihm. Auch die Mutter kam immer wieder vorbei. Ousmane war einfach sehr jung, er brauchte viel, viel Unterstützung. Die waren einfach völlig überfordert. Ousmane selbst war eher entspannt und meinte immer: Der Massimo macht das schon“, erinnert sich Mariotti an die schwierige Situation für den damals blutjungen Franzosen.

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Thomas Tuchel habe aber auf Dembélé gesetzt: „Er sagte zu mir: 'Massimo, wir brauchen den, der ist so unfassbar gut, kümmere dich um ihn.'“

Dembélé tauchte plötzlich ab

Als Dembélé plötzlich in den Streik ging, versuchte Mariotti der Sache auf den Grund zu gehen: „Ich habe also versucht, ihn und auch seinen Cousin zu erreichen, aber das war vergebens. Sie waren beide drei Tage nicht erreichbar. Irgendwie hatte ich zu dem Zeitpunkt geahnt, dass er auch gar nicht mehr in Dortmund ist.“

Dann machte Mariotti Nägel mit Köpfen: „Ich bin dann zu ihm nach Hause gefahren und habe erfahren, dass er am Morgen mit seiner Mutter nach Frankreich gefahren ist.“

Kein Musterprofi beim FC Barcelona

Er habe dann noch versucht, Dembélé zur Rückkehr zu bewegen: „Ousmane war wirklich von heute auf morgen weg und ich war der einzige, der später dann Kontakt zu ihm hatte. Ich habe ihm gesagt, dass er zurückkommen soll, damit wir das anders regeln und er auch den BVB verstehen und sich professionell verhalten muss. Dazu war es allerdings schon zu spät.“

Auch beim FC Barcelona stabilisierte Dembélé sich aber nicht. Trotz zwischenzeitlicher Top-Leistungen gab es rund um den Franzosen immer wieder disziplinarische Probleme.

FC Barcelona will an Dembélé festhalten

Trotzdem hält Barcelona am Dembélé fest. Sein Talent ist schließlich unbestritten. Barcas Vizepräsident Jordi Cardoner bestätigte unlängst gegenüber Radio Catalunya: „Wir planen keinen Verkauf. Vielmehr wollen wir ihn weiterentwickeln, damit er sich hier festspielt.“

Allerdings hatte Dembélé in Barcelona auch immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Auch zum Start dieser Saison laborierte der junge Franzose lange an einer Oberschenkelverkletzung. Auch in der vergangenen Saison warfen Verletzungen Dembélé immer wieder zurück.

 
 

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