Offenbach will gegen den BVB „was gutmachen“

Freuen sich auf den BVB: Offenbachs-Manager Andreas Möller und Trainer Wolfgang Rolf.
Freuen sich auf den BVB: Offenbachs-Manager Andreas Möller und Trainer Wolfgang Rolf.
Foto: Bongarts/Getty Images

Dortmund.. Wenn der BVB am Mittwoch im DFB-Pokal bei den Offenbacher Kickers antritt, werden bei einigen ehemaligen Spielern viele Erinnerungen wach. Denn bei den Borussen bestehen zu kaum einem anderen Verein derart viele Querverbindungen wie zum OFC.

An erster Stelle wird aktuell der Name Andreas Möller fallen, der mit dem BVB nahezu alle Titel gewonnen hat und seit längerem am Bieberer Berg-Stadion als Manager arbeitet. „Gegen Dortmund haben wir wohl noch was gutzumachen,“ gesteht Möller, der sich nur ungern an den vergangenen Januar erinnert, als sein Team am Bieberer Berg gegen den BVB mit 1:2 verlor. Allerdings gegen den BVB 2, der in dem betreffenden Drittligaspiel mit einer halben Jugend-Mannschaft im Hessenland angetreten war und einen nicht für möglich gehaltenen Triumph feierte.

Doch der Name Möller ist nur einer von vielen: So brachte die Fußball-Legende Siegfried Held das Kunststück fertig, gleich zweimal für beide Vereine zu spielen: 1965 kam der heute 68-Jährige nach zwei Jahren in Offenbach zum BVB. 1971 kehrte der starke Siegfried ins Hessenland zurück, weil die Borussen damals finanziell fast abgebrannt waren. Held wechselte in die Regionalliga, die damals zweithöchste Klasse. Ein Jahr später meldete er sich dann mit dem OFC in der Bundesliga zurück. Intesessant: Wegen der Teilnahme an der Aufstiegsrunde mit Offenbach verzichtete Offensiv-Ass Held 1972 auf die Teilnahme an der Europameisterschaft, die damals von der DFB-Auswahl in Belgien gewonnen wurde.

1977 kehrte Held dann aber zum BVB zurück. In jenen Jahren bestand fast die halbe Dortmunder Mannschaft aus ehemaligen Offenbachern: Horst Bertram, Amand Theis, Helmut Nerlinger, Erwin Kostedde, Herbert Meyer und eben Sigi Held, der allerdings unter dem ehemaligen Offenbacher Trainer Otto Rehhagel auch als Abwehrchef eingesetzt wurde.

Schon zuvor tauchten im Borussen-Team weitere ehemalige Offenbacher auf: Ferdinand Heidkamp, der Verteidiger mit der Pagenfrisur aus den späten 60er Jahren. Oder Manfred Ritschel, der von 1970 bis 1972 in Dortmund spielte, danach von den Hessen angeheuert wurde.

1983 sank der Stern des OFC allmählich. Folglich tauchten immer weniger Namen von Spielern auf, die das Trikot beider Klubs trugen: Thomas Kroth oder Manfred Binz bildeten da die Ausnahme. Später wechselten nur noch Spieler des BVB 2 zu den Hessen: Marc Heitmeier und Bastian Pinske, die nur Kennern der Szene noch ein Begriff sind.

Last but not least: Ein ehemaliger Borussen-Spieler wurde 1970 als Trainer mit den Offenbacher Kickers als Zweitligist DFB-Pokalsieger: Aki Schmidt, 1966 Europapokalsieger, setzt bis heute am Bieberer Berg Maßstäbe.

Dass sich beide Vereine einst ein ganz entscheidendes Duell im Abstiegskampf der Bundesliga lieferten, wissen wohl nur noch Insider. 1969, drei Jahre nach dem Europapokatriumph, sicherte sich der BVB vor 42 000 Zuschauern im Stadion Rote Erde am letzten Spieltag der Saison durch einen 3:0-Sieg gegen Offenbach den Klassenverbleib. Der BVB blieb in der Bundesliga, Offenbach stiegt ab. Heute ist der OFC froh, wenn er am Ende der Saison wieder in der 2. Liga spielen darf.

 
 

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