Essen

Notwendiger Aufruf von Hoeneß und Rummenigge

Bayern-Boss Uli Hoeneß
Bayern-Boss Uli Hoeneß

Essen. Uli Hoeneß ist kein Kind von Traurigkeit. Wenn ihn etwas stört, sagt er das mit mehr als deutlichen Worten. Sitzt der Bayern-Boss deshalb im Glashaus, wenn er gemeinsam mit Karl-Heinz Rummenigge Fans von Borussia Dortmund wegen deren Umgang mit Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp kritisiert?

Auch Hoeneß tritt, wenn er poltert, oft rücksichtslos auf. Wenn er angreift, wirft er nicht mit Wattebäuschchen. Vieles entsteht aus der Erregung heraus.

Aber: Die Fans, die Plakate malen, über hunderte Kilometer mit ins Stadion transportieren und dort zeigen, handeln vorsätzlich. Wenn diese Fans dabei Dietmar Hopps Konterfei buchstäblich ins Fadenkreuz nehmen, ist das vielleicht kein unmittelbarer Mordaufruf, aber die Symbolik ist eindeutig, die Provokation gewollt. Einsicht? Fehlanzeige.

Wir alle schreien viel zu oft und zu laut. Selbst wenn es interessant wäre, die genannten, weit auslegbaren Moralbegriffe „Anstand und Sitten“ mit den in geschäftlichen Dingen oft knallharten Bayern Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zu diskutieren, muss man ihnen zubilligen, dass sie sich bei aller Fehlbarkeit gegenüber Mitmenschen häufig korrekt verhalten. Ihr Aufruf zur Solidarität, zu einem zivileren Umgang ist deshalb nur eines: genau richtig.

 
 

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