Dortmund

Nächste BVB-Pleite! Ronaldo und Co. setzen Borussia Dortmund in der Champions League unter Druck

Daniel Berg

Dortmund. Dieses imposante Stadion in Dortmund zum Schweigen zu bringen - und sei es nur für Sekunden - ist durchaus eine Aufgabe. Aber als der Ball im schwarz-gelb lackierten Tornetz eingeschlagen war und Cristiano Ronaldo seine Jubelarien vor jener Tribüne vollführte, die man die Gelbe Wand nennt, da war es doch erstaunlich ruhig.

Der Superstar von Real Madrid hatte soeben zum 3:1 getroffen, was die Niederlage von Borussia Dortmund elf Minuten vor dem Ende schon amtlich machte. Es ist die zweite im zweiten Spiel der Champions-League-Saison, was den Achtelfinal-Einzug für den BVB vorerst in weite Ferne rücken lässt.

Die BVB-Fans tobten! Hier geht's zum großen Aufreger des Spiels.

Wilder Schlagabtausch

Im Grunde war es eine feinsinnige Pointe, dass nur dieses eine Tor gefallen war in der ersten Halbzeit. Denn die ersten 45 Minuten boten so viel prächtige Offensive und ungeordnete Defensive, dass sich zwischen Irdischen und Galaktischen ein hübscher, bisweilen wilder Schlagabtausch entwickelte.

Der BVB versuchte den ersten Hieb, als Jeremy Toljan, der den Vorzug von Dan-Axel Zagadou erhielt, den Ball vors Tor passte, aber das madrilenische Abwehrungetüm Sergio Ramos vor Pierre-Emerick Aubameyang klärte (3.).

Jener Toljan geriet kurze Zeit später in Bedrängnis, weil er sich falsch postiert hatte. Dani Carvajal zog davon, scheiterte aber am gut reagierenden Torwart Roman Bürki (10.). Die Hereingabe von Cristiano Ronaldo spitzelte Lukasz Piszczek mit einer eingeflogenen Grätsche in letzter Sekunde Gareth Bale vom Fuß (11.).

BVB wurde Strafstoß verwehrt

Einem Prolog voller Aufregung folgte ein ereignisreicher Hauptteil. Andrey Yarmolenko, neben Gonzalo Castro und Nuri Sahin eine von drei Veränderungen in der Dortmunder Startelf, flankte und Maximilian Philipp bugsierte den Ball in Richtung Tor, wo erneut Ramos klärte. Auf der Linie. Mit der Hand.

So protestierten jedenfalls die Dortmunder. Vergebens. Kein Elfmeter, kein Tor (hier alle Einzelheiten zu der Szene).

Das fiel dann auf der anderen Seite mit königlicher Ästhetik. Carvajal flankte und Bale schoss den Ball volley in den Dortmunder Torwinkel (18.). Bürkis Arm zuckte nur kurz nach oben, mehr hatte er diesem Moment nicht entgegenzusetzen.

Real war reifer

Und das blieb das Grundgefühl in diesem weiterhin temporeichen Spielchen: Dass nämlich Real die etwas reifere und bessere Mannschaft war. Dortmund besaß den Ball, aber bis zur Pause kaum mehr klare Chancen. Bale hätte beinahe schon auf 2:0 erhöht, doch Bürki hielt (24.). Ronaldo kam ähnlich frei zum Schuss, der Ball ging aber am Tor vorbei (45.). Verdiente Führung für den Titelverteidiger.

Pause. Pause? Kaum. Der wilde Ritt setzte sich im zweiten Durchgang nahtlos fort. Raphael Varane musste schon nach nur wenigen Sekunden vor dem einschussbereiten Aubameyang klären. Hoffnung schlich die Ränge empor.

Ronaldo entschied das Spiel

Vielleicht ging ja doch was. Ging nicht. Zumindest vorerst. Real schlug den Aufstand durch seine Majestät höchstselbst nieder. Cristiano Ronaldo drückte eine Hereingabe von Bale zum 2:0 ins Dortmunder Tor (49.). Was die Entscheidung zu sein schien geriet zur Initialzündung für noch mehr Rasanz und zurückkehrenden gelben Glauben. Castros feine Flanke von links lenkte Aubameyang ins Real-Tor (54.).

BVB-Trainer Peter Bosz wechselte Julian Weigl und Mahmoud Dahoud ein für frische Impulse. An frischen Chancen mangelte es nicht. Auf beiden Seiten. Binnen Sekunden.

62. Minute: Castro tauchte allein vor Keylor Navas auf, vergaß aber den Ball. Konter. Bürki klärte gegen Luka Modric.

65. Minute: Nacho grätschte Götze im Strafraum den Ball in höchster Not vom Fuß. Konter. Sokratis grätscht Bale im Strafraum den Ball in höchster Not vom Fuß. Dortmund drängte auf den Ausgleich. Real aber hatte die Chancen. Erst Ronaldo aber musste die Entscheidung herbeiführen. Gegen seinen wuchtigen Schuss aufs kurze Eck war Bürki machtlos (79.).