Marktwert von BVB-Torjäger Lewandowski schnellt in die Höhe

Daniel Berg
Wird immer teurer: BVB-Stürmer Robert Lewandowski.
Wird immer teurer: BVB-Stürmer Robert Lewandowski.
Foto: dpa
Noch nie zuvor hatte ein Spieler vier Tore gegen Real Madrid in einem Halbfinale der Champions League erzielt. BVB-Stürmer Robert Lewandowski gelang dieses Kunststück beim 4:1-Sieg im Hinspiel am Mittwoch. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sagt: „Wir wünschen uns, dass er nächste Saison für uns spielt.“

Dortmund. Die Schuhe, die Robert Lewandowski vom Platz tragen sind rot. Knallrot. So rot wie giftige Tiere sind. Seine Füße sind die Gefahr. Die Schuhe tragen den Mann des Abends unter dem bebenden Applaus der Zuschauer vom Rasen. Der Stürmer von Borussia Dortmund vollbringt mit seinen Mannschaftskollegen die nächste Unglaublichkeit einer verrückten, die Superlative erschöpfenden Champions-League-Saison: 4:1 (1:1) im Halbfinal-Hinspiel gegen das Star-Ensemble von Real Madrid. Inkludiert: allerbeste Chancen auf das Finale am 25. Mai in London. Alle vier Dortmunder Tore schießt: Robert Lewandowski.

Le-wan-dow-ski! Vier Silben, die vier Mal an diesem denkwürdigen Abend durch das Stadion, durch Europa und die ganze Welt hallen. Und mit jedem Treffer steigert sich die schwarz-gelbe Ekstase bis beinahe bis zur Besinnungslosigkeit.

8. Minute: Lewandowski schleicht sich weg von seinem Gegenspieler und spitzelt den Ball aus drei Metern über die Linie.

50. Minute: Lewandowski hoppelt der Ball vor dem Tor vor die Füße und stochert ihn ins Tor.

55. Minute: Lewandowski dreht sich um seinen Gegenspieler und donnert den Ball in den Winkel.

67. Minute: Elfmeter für den BVB. Und wer anders als Lewandowski sollte sich den Ball nehmen? Es ist sein Abend.Liebevoll legt er ihn zurecht und zimmert ihn hoch in die Mitte des Tores.

BVB-Trainer Klopp eskaliert

Aus spannungsvoller Stille wird infernalischer Lärm. An der Seitenlinie eskaliert Dortmunds Trainer Jürgen Klopp vor Freude. Einzigartige Momente in der fast 104-jährigen Geschichte dieses Vereins. Real wird an die Wand gespielt, weil Sven Bender und Ilkay Gündogan das Zentrum verschließen, weil die gesamte Mannschaft leidenschaftlich verteidigt, weil Marco Reus und Mario Götze immer wieder für Gefahr sorgen. Und natürlich Lewandowski

Die große, hell erleuchtete Bühne gehört allein ihm. Die grimmigen Verteidiger von Real Madrid lässt er aussehen wie Schuljungen, er trickst sie aus, schlenzt, zaubert, macht, was er will mit dem Ball. Sie kleben an ihm, aber sie gelangen nicht an den Ball.

Spätestens mit diesem Abend schnellt Lewandowskis Marktwert in Mach-Geschwindigkeit in die Höhe. Wie schnell? Wie hoch? Dafür gibt es keine Währung, keinen Vergleich. Noch nie hat ein Mensch vier Tore gegen Real Madrid in einem Halbfinale der Champions League geschossen.

Lewandowski ist eine Sensation

Seine Tore, mal geschmeidig, mal listig, mal brachial, mal eiskalt, sind für den BVB mit Gold nicht aufzuwiegen. Zehn Treffer in elf Champions-League-Spielen, 23 Tore in 27 Bundesligaspielen. Dortmunds Tormaschine pflückt die königlichste und wertvollste Mannschaft der Welt im Alleingang auseinander. Dieser Torjäger ist an diesem Abend nicht weniger als eine Sensation. So wie das Ergebnis.

Dass zwischendurch der Ausgleich fällt, weil dem Dortmunder Innenverteidiger Mats Hummels ein Rückpass kolossal missrät? Am Ende eine Randnotiz im polnischen Torhagel. „So einen phantastischen Stürmer zu haben, der vier Tore schießt“, sagt Ilkay Gündogan und grinst über das ganze Gesicht, „das ist nicht sooo schlecht.“ Und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wiederholt an diesem wundersamen Abend: Die ganzen Störfeuer aus einem bestimmten Teil der Republik interessieren mich nicht. Robert hat einen Vertrag bis 2014 und im Gegensatz zu Mario Götze keine Ausstiegsklausel. Wir wünschen uns, dass er nächste Saison für uns spielt.“

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