Maik Franz: "Der Sieger steht schon fest: KSC ole!"

Dortmund. Am Samstag (15.30 Uhr) will der Karlsruher SC bei Borussia Dortmund Punkte gegen den Abstieg sammeln. Mit dabei: "Kampfschwein" Maik Franz. Im Interview erzählt der Kapitän des KSC, wie er die Schwarzgelben einschätzt, und warum das Spiel eng wird.

Beim Duell Borussia Dortmund gegen Karlsruher SC wird am Samstag (15.30 Uhr) Maik Franz das Gästeteam auf den Rasen führen. Der Kapitän des abstiegsbedrohten KSC ist nach langer Verletzung in die Mannschaft zurückgekehrt. Für das Spiel beim BVB ist die Warteschleife vor dem WR-Telefoninterview mit Franz, zumindest für ihn, Programm: „Der Sieger steht schon fest. KSC ole, KSC ole.”

Herr Franz, wer steigt am Ende der Saison ab?

Maik Franz: Ich hoffe, wir nicht. Bei allen anderen ist mir das ganz egal.

Ihren Optimismus in Ehren, aber für den KSC sieht es ziemlich düster aus.

Franz: Das ist richtig. Aber wichtig ist, dass Glaube da ist. Die Stimmung im Team ist trotz des Tabellenstands so gut wie immer. Es gibt Respekt, Zusammenhalt und Willen. Alle wollen das Wunder packen. Wir haben ja teilweise gut Fußball gespielt. Nur eben nicht so erfolgreich. Das wollen wir ändern.

Wie wichtig ist in dieser schwierigen sportlichen Phase, dass Sie, der Kapitän und unumstrittene Anführer, nach langer Verletzung ins Team zurückgekehrt sind?

Franz: Das kann ich nicht sagen. Für mich ist es aber schön, wieder dabei zu sein. Die Mannschaft hat mir gefehlt. Und ich vielleicht auch der Mannschaft. Ich bin zwar kein Maradona, aber eben ein Typ für Emotion, Leidenschaft und Feuer.

Da sind wir beim Thema. Sie gehören zu den Typen der Bundesliga. Sie gelten als Kampfschwein, als einer der unangenehmsten Gegenspieler der Liga und treten auch schon mal einen Stuhl durch die Gegend. Ihr Ex-KSC-Kollege Tamas Hajnal, gegen den Sie am Samstag spielen, sagt, jede Mannschaft braucht mindestens einen Maik Franz.

Franz: Tamas dachte am Anfang, ich sei total verrückt. Jetzt findet er mich okay. Die einen sagen, der Franz ist nicht ganz dicht. Die anderen sagen, der gibt einfach alles für den Verein. Das ist auch meine Pflicht: In der Liga gibt es keine Freundschaftsspiele, es geht um Punkte. Und um viel Geld. Deshalb geht es auf dem Rasen zur Sache. Und ich will die Leute begeistern.

Abseits des Platzes sollen Sie ein lieber Kerl sein...

Franz: Ich denke, es gibt zwei unterschiedliche Maik Franzes. Da ist noch der Mensch hinter dem oben beschriebenen Fußballer. Ich koche gerne, engagiere mich für wohltätige Zwecke. Aber da rede ich nicht Tag und Nacht darüber. Ich mache es einfach.

Sie haben in dieser Saison fast sechs Monate lang mit einer Fußverletzung gefehlt. Wie hat diese Zeit den Menschen Maik Franz verändert?

Franz: Meine Sichtweise auf einige Sachen hat sich gewandelt. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie schnell es im Sport gehen kann. Und deshalb schätze ich jetzt noch mehr, was ich für einen geilen Job als Fußball-Profi habe. Ein volles Stadion, diese tolle Atmosphäre. Herrlich. Ich kann nur jeden Morgen Danke sagen. Jetzt machen mir sogar ein Waldlauf oder Straftraining richtig Spaß.

Da muss das Comeback nach der Verletzungspause doch ein Erweckungserlebnis gewesen sein...

Franz: Das war Gänsehaut pur, ein toller Moment. Das ganze Stadion in Karlsruhe hat applaudiert und gefeiert, nur weil ich eingewechselt wurde. Auch als ich letzten Samstag bei meinem zweiten Einsatz das Team auf den Rasen führen durfte, war das Wahnsinn. Diese Atmosphäre wieder zu spüren, zu fühlen. Unbeschreiblich. Deshalb freue ich mich auf das Spiel beim BVB. Bei uns sind 30 000 Zuschauer, in Dortmund 80 000.

Die Ausgangslage Samstag spricht gegen Ihren KSC.

Franz: Stimmt leider. Der BVB hat diese Euphorie: Sechs Siege, die Europapokalplätze in Reichweite, dazu das volle Stadion. Und uns hat jeder abgeschrieben, nur die Höhe des Sieges scheint eine Frage zu sein. Aber wir haben in Dortmund nichts zu verlieren, müssen jedes Spiel gewinnen. So werden wir in die 90 Minuten gehen.

Sie werden als Innenverteidiger viel Arbeit mit den BVB-Stürmern Nelson Valdez und Alex Frei haben.

Franz: Jau, der Alex Frei schießt aus den unmöglichsten Situationen Tore, ist immer hellwach. Und der Nelson Valdez ist nur unterwegs, unglaublich schnell und kopfballstark. Die Dortmunder haben insgesamt eine gute Truppe. Den Tamas, ohne den sie nicht da oben stehen würden, den Sebastian Kehl. Aber wir schauen auf uns. Und wir wollen punkten. Alle drei Duelle seit unserem Aufstieg waren enge Spiele. Auch das vierte wird eng. Und wir wollen es gewinnen.

 
 

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