Dortmund

Lothar Matthäus erinnern öffentliche Streitigkeiten beim BVB an FC Hollywood

  • Lothar Matthäus äußert sich zu Trainerverpflichtung bei Borussia Dortmund
  • Er vergleicht die momentane Situation mit dem FC Hollywood
  • Der Rekordnationalspieler sieht großes Potenzial im BVB-Team

Dortmund. Bisher war der FC Hollywood in Deutschland eher im Süden verortet. Für Lothar Matthäus ist er in den vergangenen Wochen und Monaten aber weiter nördlich ins Ruhrgebiet verlagert worden.

„Die Querelen und öffentlich gewordenen Streitigkeiten erinnerten an die Zeiten, als sich der FC Bayern die Bezeichnung FC Hollywood verdient hatte“, schreibt der Rekordnationalspieler in seiner Kolumne für die Sportbild, in der er die Situation bei Borussia Dortmund mit der Trennung von Thomas Tuchel und der Verpflichtung von Peter Bosz als neuem Trainer analysiert.

Der 56-Jährige kommt dabei zu dem Schluss: „Bosz und Dortmund gehen ohne Frage ein Risiko ein.“ Doch auch Spieler und Vereinsverantwortliche würden gehörig unter Druck stehen.

Bozs von Anfang an unter Druck

Bosz stünde gleich von Beginn an im Fokus und unter dem Druck, Ergebnisse liefern zu müssen. „Bosz sollte sich keinen Fehlstart erlauben, da es ansonsten sofort Diskussion gibt.“

Allerdings glaubt Matthäus, dass der neue Mann sich durchaus durchsetzen kann – wenn er sich selbst weiterentwickelt:

„Er lässt offensiven Fußball spielen. Die holländische Liga ist mit der deutschen jedoch kaum zu vergleichen, er muss erst die neue Mentalität und die Umgebung kennen lernen. Der neue Trainer hat Qualitäten, muss sich aber weiter entwickeln.“

Matthäus sieht großes Potenzial im BVB-Team

Einer angedachten Verpflichtung von Lucien Favre, der jedoch nicht die Freigabe des OGC Nizza erhalten hat, steht der Weltmeister von 1990 eher skeptisch gegenüber:

„In Sachen Erfahrung wäre Lucien Favre die bessere Wahl gewesen, allerdings hätten die Dortmunder Verantwortlichen dann einen ähnlich schwierigen Charakter wie Tuchel geholt.“

Am Potenzial der BVB-Mannschaft zweifelt Matthäus indes kein bisschen.

Lothar Matthäus findet Einkäufe sinnvoll

„Schon vor der vergangenen Saison wurden kluge Einkäufe getätigt, stellvertretend steht hier für mich Dembélé. Die Transfer von Maximilian Philip und Mo Dahoud sind sinnvoll: Beide haben sicher keinen Stammplatz, vergrößern aber in der Breite die Qualität des Kaders.

Diese ist inzwischen schon so hoch, dass ich ernste Zweifel habe, ob André Schürrle und Mario Götze nach ihrer Rückkehr einen Platz in der ersten Elf finden: Spieler wie Dembélé, Pulisic und Kagawa stehen klar von den beiden Weltmeistern."

Wie auf den teuren Stars laste aber auch ein großer Druck auf dem Führungs-Trio Hans-Joachim Watze (Geschäftsführer), Michael Zorc (Sportdirektor) und Reinhard Rauball (Präsident).

Matthäus: „Den BVB-Anhängern ist am Ende nicht wichtig, ob der Trainer ihrer Mannschaft gerne mit dem Vorstand Skat spielt. Am Ende zählt der Erfolg.“

(ab)

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