Lewandowskis Auftritt zeigt, was dem BVB im Sturm fehlt

Der Ex-Borusse Robert Lewandowski (r.) setzt sich gegen Dortmunds Kevin Kampl durch.
Der Ex-Borusse Robert Lewandowski (r.) setzt sich gegen Dortmunds Kevin Kampl durch.
Foto: Getty Images
Mit 1:0 verlor der BVB gegen Bayern München - auch weil Robert Lewandowski im direkten Vergleich zeigte, was er seinen Nachfolgern voraus hat.

Dortmund.. Der Nachfolger musste tatenlos zusehen, wie sein Vorgänger noch einmal die gesamte Bandbreite seines Könnens darbot: Ciro Immobile, Stürmer von Borussia Dortmund, musste die 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München wegen einer Innenbanddehnung von der Tribüne aus verfolgen - während der Mann, den er eigentlich hatte ersetzen sollen, im Bayern-Trikot groß aufspielte.

Robert Lewandowski, vor einem Jahr aus Dortmund an die Isar gewechselt, erzielte nicht nur das Tor des Tages, er war auch ein ständiger Unruheherd, den die Dortmunder nie in den Griff bekamen. Er sicherte lange Bälle und legte sie auf seine Mitspieler ab, er gewann Kopfballduelle und er beschäftige konstant zwei bis drei Gegenspieler. In der 36. Minute schließlich behielt er im Mittelfeld gegen BVB-Abwehrchef Mats Hummels die Oberhand, spielte Thomas Müller frei und setzte dann entschlossen nach, um den Abpraller im Tor unterzubringen. Ballsicherheit, Übersicht, Athletik und Torinstinkt - diese eine Szene zeigte alle Eigenschaften, die der Pole auf sich vereint.

Immobile außerhalb des Strafraums mit Mängeln

"Dass Robert ein herausragender Spieler und Stürmer ist, braucht man nicht zu diskutieren", sagte BVB-Mittelfeldspieler Sven Bender. "Das war er bei uns und warum soll er auf einmal all seine Qualität verlieren? Aber wir haben auch gute Stürmer und brauchen uns da nicht verstecken."

Ein Satz, den man wohl so sagen muss, um die aktuellen Mitspieler nicht vor den Kopf zu stoßen. Denn einen wie Lewandowski haben sie in Dortmund nicht. Der verletzte Immobile ist zwar durchaus stark im Abschluss - außerhalb des Strafraums aber mangelt es ihm oft am Gespür für die richtigen Räume und das Zusammenspiel mit den Nebenleuten. Daher sitzt er auch in gesundem Zustand meist auf der Bank.

Lewandowski sollte über das Kollektiv ersetzt werden

Pierre-Emerick Aubameyang ist schnell und eiskalt vor dem Tor - in engen Räumen und gegen tiefstehende Abwehrreihen aber fehlt es ihm an Athletik, Technik und Gespür für das Kombinationsspiel, um sich Räume zu erarbeiten. Adrian Ramos entspricht von der Spielweise her noch am ehesten Lewandowski - fällt in seinen technischen Fähigkeiten aber deutlich ab. Anders als der Pole braucht er Raum, um lange Bälle zu behaupten, auf engstem Raum gehen diese meist verloren.

Natürlich war es nie der Anspruch der BVB-Verantwortlichen, den Weltklassestürmer Lewandowski gleichwertig zu ersetzen. Geradezu gebetsmühlenartig wurde wiederholt, dass dies nur über das Kollektiv gelingen könne. Bislang allerdings klappt das nicht: 34 Tore hat Borussia Dortmund nach 27 Spieltagen erzielt. Vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 59.

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