Lewandowski vergab Riesenchance - Hofmann belebte das BVB-Spiel

Sebastian Weßling
Robert Lewandowski hätte den BVB bereits in der 57- Minute in Führung bringen können.
Robert Lewandowski hätte den BVB bereits in der 57- Minute in Führung bringen können.
Foto: dpa
Es war wahrlich kein glanzvoller Auftritt, den Borussia Dortmund beim TSV 1860 München ablieferte, torlos endete die reguläre Spielzeit. Pech vor dem Tor hatte Stürmer Robert Lewandowksi. Erst ein Elfmeter samt Platzverweis für den Gegner brachten den BVB in Front – bei dem vor allem ein Einwechselspieler überzeugte

München. Note 2 bis Note 4,5 - wie beurteilen Sie die Leistung der Borussia im DFB-Pokalspiel gegen 1860 München.

Die Einzelkritik: 

Mitch Langerak: Weil Stammtorwart Roman Weidenfeller in der Champions League gesperrt ist, sollte der Australier Spielpraxis sammeln. Sammelte aber allenfalls Torabstoß-Praxis, selten kam ein Schuss auf sein Tor – und falls doch, stellte dieser keine schwere Prüfung dar. Note: 3

Kevin Großkreutz: Gewohnt laufstark, beackerte jeden Zentimeter seiner rechten Seite. Defensiv sehr aufmerksam, offensiv fehlte es meist am Ertrag. Nach 57 Minuten allerdings hätte eine Torvorbereitung auf seinem Konto stehen müssen, als er mustergültig auf Lewandowski ablegte – doch der vergab. Überragendes Stellungsspiel, nur bei einem Konter nicht auf Höhe des Geschehens. Note: 2

Sokratis: Ließ gemeinsam mit Hummels so gut wie gar nichts anbrennen. Souveräne Vorstellung des Innenverteidigers, der fast alle seine Zweikämpfe gewann. Ging immer wieder mit nach vorne, wobei er durchaus Kombinationsstärke bewies. Note: 2,5

Mats Hummels: Auch der deutsche Nationalspieler zeigte eine blitzsaubere Leistung – auch wenn dieser Gegner nicht die allerhöchsten Ansprüche an die BVB-Abwehr stellte. Note: 2,5

Erik Durm: Couragierte Auftritt des 21-jährigen Rechtsverteidigers. Stürmte bei jedem Angriff mit nach vorne, war aber immer auch rechtzeitig wieder hinten und ließ über seine Seite nichts zu. Schaltete kurz vor der Halbzeitpause am schnellsten, als er Blaszczykowski per Einwurf allein in Richtung Strafraum schickte – doch wie jeder Angriff in der ersten Halbzeit versandete auch dieser. Das Manko allerdings: Seine Flanken blieben zu ungefährlich. Note: 3

Nuri Sahin: Die Anfangsphase gehörte ganz klar dem Mittelfeldstrategen des BVB: Zeigte einige seiner blitzsauberen Steilpässe, mit denen die Empfänger allerdings zu wenig anzufangen wussten. Erstickte außerdem gemeinsam mit Bender die meisten Münchner Angriffe im Keim. Forderte immer wieder den Ball und bekam ihn auch, umsichtiger Lenker der Offensive. Mit zunehmender Spieldauer allerdings wurden es immer mehr Quer- und immer weniger Steilpässe. Note: 3

Sven Bender (bis 68.): Der Ex-Löwe zeigte den Gastgebern noch einmal, welches Juwel sie da einst in ihren Reihen hatten. Sorgte dafür, dass trotz extrem offensivem BVB-Auftritt keine Lücken entstanden, räumte im Zweikampf alles ab. Ein verlorener Zweikampf allerdings führte prompt zu einem gefährlichen Konter. Weil die Münchner extrem tief standen, hatte er im Spielaufbau ungewohnt viel Zeit am Ball, was er zu einigen präzisen Spielverlagerungen nutzte. Unter stehenden Ovationen des Heimpublikums ausgewechselt. Note: 2,5

Jakub Blaszczykowski (bis 99.): Rochierte viel mit Mkhitaryan und Reus, die Kombinationen endeten aber meist an einem Abwehrbein. Stark im Pressing und in der Rückwärtsbewegung. Hatte in der 49. Minute die bis dato größte BVB-Schuss, doch sein Schuss aus kurzer Distanz landete an der Querlatte. In Halbzeit eins zu ungefährlich in der Offensive, dann aber mit deutlich mehr Dampf. Note: 3,5

Henrikh Mkhitaryan: Gegen Nürnberg noch geschont, kehrte der Spielmacher nun in die Startaufstellung zurück – und führte sich gleich mit einer vergebenen Großchance ein, als er Lewandowskis Pass verstolperte (13.). Nicht sein stärkster Auftritt, hielt die Bälle oft zu lang, was zu einigen Ballverlusten führte. Auch seine Pässe waren schon präziser. Ganz cool allerdings in der 108. Minute, als er Kiraly umkurvte und das 2:0 machte. Stark auch im Gegenpressing nach Ballverlusten, arbeite viel nach hinten. Note: 4,5

Marco Reus: Starkes Solo nach 65 Minuten, als er bei einem Konter mehrere Abwehrspieler stehen ließ, dann aber nicht mehr am Torwart vorbeikam. Auch in der ersten Halbzeit setzte er sich einmal gut durch, sein Schuss aber ging neben den Kasten. Sehr laufstark, aber längst nicht alles gelang ihm, zu eng war das Netz, das die Löwen vor ihrem Strafraum gespannt hatten. Hatte Pech, als sein abgefälschter Schuss am Pfosten (93.) und sein Freistoß aus 20 Metern an der Latte (97.) landeten. Holte dank feinem Doppelpass mit Lewandowski und starkem Antritt den Elfmeter heraus. Note: 3,5

Robert Lewandowski (bis 105.): Sorgte zunächst vor dem Spiel für Aufregung, als berichtet wurde, sein Wechsel zum FC Bayern sei fix und werde im Januar verkündet. Die auffälligste Szene auf dem Rasen hatte er in der 57. Minute, als Großkreutz querlegte, Löwen-Torhüter Kiraly längst geschlagen war und die BVB-Fans den Torschrei schon auf den Lippen hatten. Doch statt einzuschieben, versuchte Lewandowski den Ball zu stoppen, dieser versprang ein Stück und ein Löwe konnte klären. Symptomatisch für die fehlende Konsequenz im Abschluss. Ansonsten weniger auffällig. Ging weite Wege, wich auf die Flüge aus und beteiligte sich am Kombinationsspiel. Stark sein gelupfter Pass auf Mkhitaryan – doch der verstolperte die gute Gelegenheit (13.) – besser klappte es in der 103. Minute, als Reus nach Pass des Polen nur noch per Foul zu stoppen war. Note: 4

Jonas Hofmann (ab 68.): Kam für Bender und sorgte dank seiner Schnelligkeit und Ballsicherheit für ordentlich Wirbel. Leitete einige gefährliche Szenen ein und krönte seinen Auftritt mit der punktgenauen Vorlage zum 2:0 (108.). Note 2

Pierre-Emerick Aubameyang (ab 99.): Kam für Blaszczykowski. Schnappte sich gleich den Elfmeter und verwandelte sicher (105.), sein Freistoß flog an die Latte (117.). Ansonsten unauffällig, daher ohne Note.

Julian Schieber (ab 105.): Kam für Lewandowski. Ohne Note.