Lewandowski hat für Klopp schon genug in Dortmund gejubelt

Francois Duchateau
Lewandowski wurde bei seinem letzten Heimspiel im Signal Iduna Park herzlich verabschiedet.
Lewandowski wurde bei seinem letzten Heimspiel im Signal Iduna Park herzlich verabschiedet.
Foto: dpa
Robert Lewandowskis erste Pflichtspielaufgabe für seinen neuen Verein Bayern München führt ausgerechnet nach Dortmund. Gegen den BVB soll der Pole den Rekordmeister zum ersten Titel der Saison schießen. Ex-Kollege Kehl rechnet nicht damit, dass der Pole beim Supercup am Mittwoch bejubelt wird.

Dortmund/Essen. Gleich das erste Pflichtspiel für seinen neuen Arbeitgeber führt Robert Lewandowski zurück an seine ihm so vertraute Wirkungssttätte. Am Mittwoch läuft der polnische Stürmer in sein altes Heimstadion, den Signal Iduna Park, ein, doch nicht in Schwarzgelb, sondern im rot-blauem Trikot des deutschen Rekordmeisters. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub BVB soll er die Bayern zum ersten Titel der Saison schießen.

„Ich finde, Lewy ist hier genug gefeiert worden“, lachte Jürgen Klopp vor dem Supercup zwischen Borussia Dortmund und Bayern München. Neben seinem Coach saß am Montag Ex-Kapitän Sebastian Kehl auf der offiziellen Pressekonferenz, der alle vier BVB-Jahre an der Seite des Stürmers miterlebt hat. „Ich glaube nicht, dass er davon ausgeht, hier bejubelt zu werden. Aber die Leute werden ihn so aufnehmen, wie sie ihn verabschiedet haben“ - mit Respekt.

"Auf Erfolg gepolt"

Obwohl Lewandowski seit diesem Sommer ein anderes Trikot trägt, freut sich Klopp aufs Wiedersehen. „Natürlich. Es wird ein paar herzliche Umarmungen gegeben. Dann wird Fußball gespielt. Er ist stark auf Erfolg gepolt und wir hoffentlich auch.“

Gepolt. Bei diesem Wortwitz fing sogar Klopp an, zu lachen. Die Stimmung ist trotz der 0:4-Testspielniederlage gegen Liverpool und trotz der neuen Eiszeit zur FCB-Führungsetage gelöst in Dortmund. Der BVB hat fünf Weltmeister in seinen Reihen und während des Fifa-Turniers in Brasilien entstanden viele Freundschaften, auch zu Bayern-Spielen, mit denen man sich in den vergangenen Jahren noch einige giftige Duelle lieferte.

„Obwohl während der WM neue Freundschaften entstanden sind zwischen den Nationalspielern, wird man davon nichts merken“, ist Klopp sicher. „Alle Fußballer dieser Welt können befreundet sein, aber sich gegenseitig den Dreck unter den Fingernägeln nicht gönnen.“ Ähnliche Töne hatte auch Kevin Großkreutz in einem Interview am Wochenende geäußert, als er Bastian Schweinsteiger auf die Südtribüne nach Dortmund einlud.

BVB-Spiel könnte sich "dramatisch" ändern

Wie ruhig die Stimmung in den kommenden Wochen an der Strobelallee sein wird, wird sich noch zeigen. Zwar ist mit Lewandowski nur ein Stammspieler gegangen, sagte Klopp, „doch die Ausgangssituaion ist diesmal eine andere“. Das Spiel der Dortmunder wird sich womöglich „dramatisch“ ändern. „Wir haben viele Spieler dabei, die vorher noch nicht für uns gespielt haben. Damit gehen wir gerade um.“

Trotz möglicher Anpassungsprobleme zu Saisonbeginn schraubt Klopp die Erwartungen nicht nach unten. Primäres BVB-Saisonziel bleibt es, die direkte Champions-League-Qualifikation zu sichern. „Wir wollen eine Saison erzielen, an die man sich gerne erinnert. Wir wollen wieder tolle Momente erschaffen und den bestmöglichen Fußball spielen, der mit diesem Kader möglich ist. Aber die anderen schlafen ja auch nicht.“

Den Supercup will der BVB nutzen, um das erste große Ausrufezeichen an die Konkurrenz zu setzen, sagt Sebastian Kehl. „Natürlich hat der Supercup einen sehr, sehr hohen Stellenwert. Das hat man schon letztes Jahr gesehen, welch großes Interesse herrscht und welch große Euphorie der Gewinn ausgelöst hat. Wir waren glücklich, letztes Jahr den Supercup gewonnen zu haben in einem sehr speziellen Duell gegen die Bayern. Wir sind sehr, sehr heiß und spielen zuhause. Wir wollen sie schlagen und den ersten Titel holen, den es zu verteilen gibt.“ Dafür müssen die Dortmunder vor allem Lewandowski ausschalten, der bereits in der Vorbereitung glänzte. Aber die Borussen wissen, was sie erwartet.