Klopp wettert gegen DFB und Fernsehen

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Ärgerte sich trotz des Dortmunder Sieges: BVB-Trainer Jürgen Klopp.
Ärgerte sich trotz des Dortmunder Sieges: BVB-Trainer Jürgen Klopp.
Trainer Jürgen Klopp von Borussia Dortmund freute sich über den 4:0-Erfolg seiner Mannschaft in Kiel und den Einzug ins Halbfinale. Doch direkt nach dem Schlusspfiff kritisierte er, dass das Spiel ausgetragen wurde. Seine Vorwürfe richteten sich gegen den DFB und das Fernsehen. Wir haben die Stimmen zum Spiel.

Kiel. Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Das Fernsehen muss seine Rolle überdenken. Es übt einen solchen Druck aus, dass es gar nicht mehr möglich ist, das Spiel abzusagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht ausgetragen wird, ging vorher gegen Null. Dabei ist es eigentlich nicht zu verantworten, unter diesen Bedingungen zu spielen. Es müsste dafür ein Platz mit einer Rasenheizung zur Verfügung stehen. Der DFB muss dafür sorgen, dass ausgewichen wird. Einige meiner Spieler haben Adduktorenprobleme."

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): „Man konnte 30 Minuten lang Fußball spielen – da haben wir zwei Tore gemacht. Danach war es nur noch Schlittschuhlaufen mit ein wenig Ballarbeit. Für die Zukunft muss der DFB Auflagen machen, dass man ab dem Viertelfinale nur noch auf Plätzen mit einer Rasenheizung spielen darf.“

Sebastian Kehl (Kapitän Borussia Dortmund):Das Ergebnis hört sich deutlich an – aber es war keine leichte Aufgabe, vor allem auf dem Geläuf nicht. Der Platz war teilweise knüppelhart.“

Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Ich hätte nicht gedacht, dass ich in einem Spiel noch einmal meine Kunstrasenschuhe tragen muss. Aber wir wussten, was uns erwartet, wir haben den Kampf und den Platz angenommen. Durch die zwei Tore haben wir Ruhe ins Publikum bekommen und den Kielern den Glauben genommen."

So denken die Kieler über das Pokalspiel 

Thorsten Gutzeit (Trainer Holstein Kiel): "Es ist ein Markenzeichen von Borussia Dortmund, sich immer genau auf den Punkt zu konzentrieren. Wichtig ist, dass wir uns gegen den Deutschen Meister gut verkauft haben. Jeder Fehler wurde allerdings bestraft. Die Unterschiede zwischen den Mannschaften waren beim 0:1 und 0:2 deutlich zu sehen."

Andreas Bornemann (Sportlicher Leiter Holstein Kiel): „Ich denke, es ist keine Leistung gewesen, wofür sich die Mannschaft entschuldigen muss. Es ist keine Schande, gegen diese Supermannschaft zu verlieren. Leider haben wir die erste Chance nicht nutzen können.“

Christian Jürgensen (Kapitän Holstein Kiel): „Enttäuscht sind wir nicht. Aber wir wollten es länger spannend machen. Leider kriegen wir früh die Gegentore – und dann ist es schwer gegen Dortmund. Wenn wir vorher das 1:0 machen, wird das Stadion ein Tollhaus. Ob es dann reicht, ist spekulativ."

Thomas Sykora (Holstein Kiel): "Wenn Marc Heider die Riesenchance nutzt , läuft es vielleicht anders. Wir haben aber trotzdem Spaß gehabt, konzentrieren uns jetzt voll auf die Liga und wollen aufsteigen."