Klopp und der BVB – ganz unten, aber nicht zerstört

Trost vom Trainer - Borussia Dortmund ist ganz unten in der Tabelle angekommen.
Trost vom Trainer - Borussia Dortmund ist ganz unten in der Tabelle angekommen.
Foto: Bongarts/Getty Images
Nach der 0:2-Niederlage ist die Situation für Borussia Dortmund so bedrohlich wie noch nie zuvor in dieser für Schwarz und Gelb schlimmen Saison. Ein Erklärungsmuster für die Misere findet sich aber nicht – zumindest kein wirklich handfestes.

Vier Minuten lang konnte Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft zufrieden sein. Dann sah der Trainer das: Einen Ballverlust bei der Dortmunder Angriffsinszenierung, einen Befreiungsschlag der Frankfurter, der mit absurder Präzision zwischen seinen Innenverteidigern landete – und den eiskalten Alex Meier, der Roman Weidenfeller das Spielgerät zwischen den Beinen durchschob.

Es war der Anfang eines weiteren schwarzgelben Kapitels mit schlimmem Ende. Aber was hat Klopp in diesem frühen Moment des 0:1 gedacht, in diesem Moment, in dem die Hoffnung darauf, eine vorweihnachtliche Siegesserie starten zu können, schon wieder zusammenschrumpfte? Hat er gedacht: Vielleicht geht es mit mir an der Seite nicht mehr? Hat er gedacht: Vielleicht erhalte ich nach dem Abpfiff die Papiere? In anderen, in ähnlich gearteten Fällen, schien es doch völlig normal, dass ein Trainer, der mit einem Großklub auf dem Estrich des Tabellenkellers gelandet war, über die Verantwortungsübernahme nachdenken oder seinen Rausschmiss befürchten musste.

BVB steckt mitten im Kampf gegen den Abstieg

Doch, kein Gedanke daran, anschließend vom Trainer bestätigt: garantiert nicht. Und das dürfte in der Historie der Bundesliga einmalig sein: Dortmund, vor dem Anpfiff zur Spielzeit als veritabler Konkurrent des FC Bayern gehandelt oder doch zumindest als natürliche Nummer zwei, geht in die Knie, muss nach der letztlich mit 0:2 verloren gegangenen Partie bei der Eintracht akzeptieren, mitten im Kampf gegen den Abstieg zu stecken – und es wird noch nicht einmal im wilderen Umfeld die Ära Klopp ausgeläutet.

Woran das liegt? Es lassen sich trotz erstmaliger Pfiffe der Fans einfach keine substanziellen Zersetzungserscheinungen ausmachen. Die Mannschaft zeigt auch immer wieder Biss und Qualität. Kein Spieler redet andeutungsweise schlecht über einen anderen Spieler. Kein Spieler redet andeutungsweise schlecht über den Trainer. Der Trainer wirkt nicht verzweifelt, nicht einmal hilflos. Und die Klubführung stützt diesen Trainer vorbehaltlos.

Absurd wie die Präzision des Balles, der das 0:1 einleitete: die Situation von Borussia Dortmund in diesem schwarzen Winter 2014.

 
 

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