Kein freier Kartenverkauf für BVB-Spiel im DFB-Pokal - Lotte-Fans greifen ihren Klub an

Nils Balke und Krystian Wozniak
Lotte-Fans beim Pokalspiel gegen 1860 München. Die Sportfreunde zogen mit einem 2:0-Sieg ins Viertelfinale ein.
Lotte-Fans beim Pokalspiel gegen 1860 München. Die Sportfreunde zogen mit einem 2:0-Sieg ins Viertelfinale ein.
Foto: firo
  • Die Sportfreunde Lotte starten doch keinen freien Ticketverkauf für das Pokalspiel gegen den BVB
  • Fans des Drittligisten kritisieren den Verein

Lotte. Die Sportfreunde Lotte bieten keinen freien Kartenverkauf für das Viertelfinal-Spiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund an. Das teilte der Fußball-Drittligist am Montag mit und erntete dafür teilweise scharfe Kritik.

Zunächst hatte der Verein angekündigt, dass ein freier Verkauf an diesem Dienstag um 18 Uhr beginnen werde. Das Kartenkontingent ist jedoch erschöpft, erklärten die Sportfreunde.

Auch der Dauerkartenverkauf ist inzwischen abgeschlossen

Die BVB-Fans erhalten für das Spiel am 28. Februar (20.45 Uhr) maximal 1500 Karten.

„Der DFB und seine Partner sowie die Sponsoren der Sportfreunde haben ebenfalls hohe Kartenanfragen für dieses Spiel“, heißt es in der Mitteilung des Klubs. „Hinzu kommen die Mannschaft und die vielen Helfer, die unter anderem bei der Schneeräumaktion gegen 1860 München mit angepackt haben und ohne die der Einzug in das Viertelfinale nicht möglich gewesen wäre.“

Vor allem auf der Facebook-Seite der Sportfreunde gab es viele kritische Stimmen. „Sippen- und Vetternwirtschaft“ wirft ein Nutzer dem Verein vor. Ein anderer findet es eine „Sauerei“. Kaum ein Nutzer äußerte Verständnis.

Wir haben bei Lottes Fußball-Obmann Manfred Wilke nachgefragt.

Manfred Wilke, können Sie den Ärger der Fans verstehen?

Manfred Wilke: Ich muss ehrlich sein und sagen, dass mich der Ärger der Fans verärgert. Den Frust kann ich verstehen, aber nicht das, dass wir angegriffen werden. Wir haben nach dem Weiterkommen gegen Bayer Leverkusen den Fans eine Dauerkarte für die Drittliga-Restrunde angeboten. Jeder, der davon Gebrauch gemacht hat, erhält auch bis zu drei DFB-Pokalkarten. Diese Leute werden belohnt. Die, die nur einmal Borussia Dortmund in unserem Stadion sehen wollen, gucken eben in die Röhre.

Warum erhalten denn Sponsoren so viele Karten?

Wilke: Ich kann ihnen keine Zahlen nennen. Mein Kopf ist aktuell voller Zahlen. Aber klar ist doch auch, dass die Sponsoren jetzt kommen und sagen, dass sie uns seit Jahren die Stange halten und jetzt auch belohnt werden wollen. Das ist völlig legitim. Wir haben in der 3. Liga einen Zuschauerschnitt von 2300 Besuchern pro Spiel. Da ist sicherlich noch Luft nach oben. Ich kann es nur wiederholen: Die Fans, die im Besitz einer Dauerkarte sind, werden bis zu drei zusätzliche Karten gegen Dortmund erhalten. Ich glaube, dass das auch nicht selbstverständlich ist.

Warum haben Sie nicht einige hundert Karten in den freien Verkauf gegeben?

Wilke: Es macht doch keinen Sinn 200 oder 300 Karten im Vorverkauf abzusetzen, wenn sich dann 3000 Leute anstellen und 2700 leer ausgehen. Dann gibt es Mord- und Totschlag.

Wie viele Tickets hätte Lotte für dieses Spiel verkaufen können?

Wilke: (lacht) Sie wissen gar nicht wie viele Bekannte wir hier plötzlich haben. Es melden sich Leute - unglaublich. Ich glaube, dass wir ein Stadion mit 40.000 bis 50.000 Zuschauern hätten füllen können. Ein paar Dortmunder wären sicherlich auch interessiert gewesen.

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