Kapitän Kehl sah fußballerisch verdienten BVB-Sieg

Sebastian Weßling, aufgezeichnet in der Mixed Zone
Sebastians im Zweikampf: Frankfurts Rode (l.) gegen BVB-Kapitän Kehl.
Sebastians im Zweikampf: Frankfurts Rode (l.) gegen BVB-Kapitän Kehl.
Foto: Getty
Nach dem hart erkämpften 1:0-Sieg im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Eintracht Frankfurt war die Erleichterung groß im Lager von Borussia Dortmund – auch bei Kapitän Sebastian Kehl, der trotz einer schwächeren Phase einen verdienten Sieg seiner Mannschaft gesehen hatte – ein Interview.

Frankfurt. Es war ein gut gelaunter Kapitän, der nach getaner Arbeit vor die Presse trat. Gerade war Sebastian Kehl mit Borussia Dortmund durch einen 1:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen, nun war ihm die Entspannung anzusehen. Weder vom Currywurst kauenden Pressesprecher Sascha Fligge noch von russischen Journalisten, die bereits nach dem kommenden Champions-League-Gegner Zenit St. Petersburg fragten, ließ er sich aus der Ruhe bringen. Nur über die kommenden Aufgaben wollte sich der Mittelfeldspieler noch nicht allzu viele Gedanken machen.

Herr Kehl, wir haben gehört, sie hätten prophetische Gaben. Sie sollen Pierre-Emerick Aubameyang vorhergesagt haben, dass er das Spiel entscheiden würde. Woher kam diese Eingebung?

Sebastian Kehl: Ich hatte irgendwie ein gutes Gefühl bei ihm. Und dass ich ihm die Vorlage gebe, passt ja am Ende gut zusammen.

Wie bewerten sie das Spiel gegen Frankfurt insgesamt?

Kehl: Das Spiel ist verdient zu unseren Gunsten verlaufen. In der ersten Halbzeit haben wir noch viel mehr Möglichkeiten gehabt, die wir uns herausgespielt haben, haben immer wieder Mkhitaryan gefunden, der dann wahnsinnig viel Platz und Raum hatte. In der zweiten Halbzeit ist das für eine ganze Phase uns abhanden gekommen, da haben wir zu viele lange Bälle gespielt und waren zu unruhig am Ball. Aber dann haben wir wieder zurückgefunden zu unserem Spiel. Insgesamt war klar, dass es heute eine kämpferische Partie wird. Den Kampf haben wir angenommen, aber am Ende haben wir es auch fußballerisch verdient gewonnen.

Wen wünschen Sie sich denn nun als Gegner im Halbfinale? Schon den FC Bayern München, oder hätten sie die lieber im Finale?

Kehl: Ach, keine Ahnung. Wir werden uns erstmal alle Spiele genüsslich anschauen und dann lassen wir uns überraschen, was uns die Losfee Hansi Flick bringt.

Haben Sie eigentlich erwartet, dass Ihnen Eintracht Frankfurt gerade in der Anfangsphase derart viele Räume anbieten würde?

Kehl: Es war klar, dass Frankfurt sehr offensiv sein würde, dass hatten sie ja mehrfach angekündigt. Demnach wussten wir, dass es, wenn wir die Offensivreihe einmal überspielen, unheimlich viele Räume auf den Halbpositionen und für Mkhitaryan geben wird. Das haben sie in der zweiten Halbzeit versucht, ein wenig anders zu machen, da haben sie uns mehr zugestellt. Am Ende haben wir aber dann die Lösung gefunden, auch fußballerisch.

Am Samstag treffen Sie schon wieder auf die Eintracht. Erwarten Sie sie wieder derart offensiv?

Kehl: Vielleicht werden sie ein bisschen defensiver spielen, aber ich mache mir über die Frankfurter keine Gedanken. Wenn wir zu Hause endlich mal das umsetzen, wenn wir können, ist es langsam mal Zeit, wieder ein Heimspiel zu gewinnen und dann werden wir sie am Ende auch schlagen.