Kagawa wurde von der Niete zum Ungeheuer

Dortmund. Beim 3:0-Erfolg des BVB gegen Karpaty Lwiw erzielte Shinji Kagawa das 1:0 - per Kopf. Das wunderte ihn selbst. Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Jürgen Klopp über das Spiel: Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel. Nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit der Herangehensweise. Wir waren von Anfang an hochkonzentriert und haben die Konzentration das ganze Spiel über hochgehalten. Es gab nur ganz wenige Situationen, in der sich der Gegner ein wenig durchsetzen konnte. Das kommt aber vor. Aber Spielaufbau, Ballvortrag – das war alles in Ordnung. Das 1:0 zur Halbzeit war natürlich in Ordnung. Alle Tore sind zu perfekten Zeitpunkten gefallen. Es ist schön, dass wir es nun selbst in der Hand haben, der Gruppenphase die Krönung zu verleihen. Das wird schwer, ist aber eine tolle Aufgabe.

Jürgen Klopp zu Nuri Sahin: Nuri hat heute drei Tore vorbereitet und daher offenbar ein sehr gutes Spiel gemacht. Aber über die Vorlagen hinaus, gibt es noch andere Anhaltspunkte, die mich sehr zufrieden machen, zum Beispiel die Organisation des kompletten Defensivverhaltens. Das haben Manni Bender und Nuri hervorragend gemacht.

Roman Weidenfeller: Wir hatten uns drauf eingeschworen, dass wir schnell nach vorne spielen wollen. Dann haben wir auch recht früh das 1:0 geschossen und in der zweiten Halbzeit direkt nachgelegt. Jeder war zu 100 Prozent bei der Sache und wollte unbedingt gewinnen. Jetzt fahren wir nach Sevilla und wollen auch dort gewinnen. Ich habe etwas Sorge um meine Zehnägel. Die sind richtig blau und tun richtig weh. Aber so ist das Leben nun mal.

Shinji Kagawa: Ich bin kein Kopfballungeheuer. Im Gegenteil. In Japan bin ich dafür bekannt gewesen, überhaupt kein guter Kopfballspieler zu sein. Alle haben gesagt, ich sei eine Niete im Kopfball. Ich kann mir das auch nicht erklären. Offenbar habe ich mein Kopfballspiel verbessert, seit ich in Deutschland bin. Heute hat mir die Kälte zu schaffen gemacht. Ich muss mich schnell dran gewöhnen und im Spiel versuchen, sofort meinen Rhythmus zu finden. Das hat heute ganz gut geklappt. Jetzt haben wir ein echtes Endspiel in Sevilla. Das müssen wir gewinnen, aber wir haben es selbst in der Hand.

Mats Hummels: Das war ein sehr gelungenes Spiel. Ein perfektes Spiel wäre es gewesen, wenn wir in der ersten Halbzeit schon den Sack zu gemacht hätten. Wir hätten ja zur Pause schon 3:0 führen müssen, der Ball ist ja ein paar Mal ganz knapp am Tor vorbei geflogen. Hinten haben wir wenig zugelassen, außer bei ein paar Standards. Der Sieg ist natürlich auch in der Höhe völlig in Ordnung. Bei meinem Tor war der Gegner noch ein bisschen mehr dran als ich. Über den Spielstand in Paris waren wir nie informiert. Wir mussten das Spiel ohnehin gewinnen. Jetzt haben wir es selbst in der Hand. Da erwartet uns ein Hexenkessel, aber wir haben schon im Hinspiel gesehen, dass wir eine Chance haben.

Sven Bender: Wir müssen uns in Sevilla nicht verstecken. Das hat man ja im Hinspiel gesehen. Natürlich wird das ein schwieriges Spiel. Aber jetzt müssen wir erst mal nach Nürnberg. Das ist eine starke Mannschaft, und uns erwartet eine schwere Aufgabe.