Ilkay Gündogan verabschiedet sich beim BVB durch die Hintertür

Hinterließ am Abend des Pokalfinals einige Fragezeichen: Ilkay Gündogan.
Hinterließ am Abend des Pokalfinals einige Fragezeichen: Ilkay Gündogan.
Foto: Getty Images
Das verlorene DFB-Pokalfinale war wohl das letzte BVB-Spiel für Ilkay Gündogan. Es war ein enttäuschender Auftritt - die Frage nach seiner Zukunft ließ der Nationalspieler offen.

Berlin.. Nicht zum ersten Mal an diesem Abend hinterließ Ilkay Gündogan einige Fragezeichen. "Dazu kann ich noch nichts sagen", antwortete er auf die Frage, ob er denn künftig spanisch oder bayerisch lernen müsse - wo also sein neuer Arbeitgeber verortet sein wird. "Wir sind in Gesprächen. Es ist noch nichts unterschrieben."

Ähnlich nichtssagend war der Auftritt des hochveranlagten Mittelfeldspielers bei der 1:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg gewesen. Gündogan startete mit einigen klugen Pässen und guten Aktionen - verlor aber schnell den Zugriff auf die Partie und ließ abermals jeglichen Willen zum Defensivzweikampf vermissen. Der letzte Auftritt des Nationalspielers für den BVB, es war ein enttäuschender.

Anders als für Jürgen Klopp und Sebastian Kehl nahm der Mittelfeld-Techniker seinen Abschied durch die Hintertür – ohne Blumen, ohne Fangesänge, ohne warme Worte des Vereins. Denn obwohl der Spieler wechseln und der Verein ihn gerne abgeben möchte: Offiziell ist der Abgang noch nicht. Sein Vertrag läuft noch bis 2016. Und so gibt es keinen offiziellen Abschied – obwohl der BVB alles tut, um einen zweiten Fall Lewandowski zu vermeiden. Der polnische Stürmer war vor einem Jahr ablösefrei zum FC Bayern München gewechselt – so etwas soll nicht noch einmal vorkommen.

Watzke sieht Abgang Gündogans als fix an

"Er wird im Sommer Borussia Dortmund verlassen, das steht außer Frage", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erst kürzlich der „Sport Bild“. Doch wohin zieht es den Mittelfeldspieler, der 2013, auf der Höhe seines Könnens, von allen Klubs gejagt wurde, die in Europa Rang und Namen haben? Maßgeblich trug er damals dazu bei, dass der BVB ins Champions-League-Finale einzog, beeindruckte dabei mit dynamischen Dribblings, schnellen Haken, Drehungen und präzisem Kurzpassspiel. Der Nationalspieler war Denker und Lenker des BVB-Spiels – bis ihn eine rätselhafte Entzündung im Rücken für mehr als ein Jahr außer Gefecht setzte.

Im vergangenen Herbst kehrte er zurück – und musste in der Rückrunde fast ununterbrochen spielen, weil nun Nuri Sahin fast durchgängig verletzt fehlte. Und obwohl er immer wieder das alte Genie aufblitzen ließ, konnte er nie an seine überragende Form aus 2013 anknüpfen, wirkte regelrecht überspielt.

Dennoch ist die Liste der Interessenten lang und hochkarätig: Der FC Barcelona soll draufstehen, doch der darf wegen Unregelmäßigkeiten bei der Verpflichtung minderjähriger Spieler erst wieder im kommenden Winter Spieler für den Spielbetrieb melden. Auch mit Atletico Madrid wurde der Mittelfeldstratege schon in Verbindung gebracht – und mit diversen Klubs der englischen Premier League. Nach Informationen dieser Redaktion führt die heißeste Spur nach Manchester, wo sich United mit dem 24-Jährigen schon weitgehend einig sein soll.

Durchbruch beim 1. FC Nürnberg

Es wäre ein bemerkenswerter Aufstieg für einen, der sich einst in der Schalker Jugend nicht durchsetzen konnte, dann aber über den SV Gelsenkirchen-Hessler und den SSV Buer in die Jugend des VfL Bochum und von dort weiter zum 1. FC Nürnberg wechselte, wo er sein Profidebüt und den Durchbruch feierte. 2011 holte ihn der BVB als Nachfolger des zu Real Madrid abgewanderten Nuri Sahin - doch es dauerte, bis Gündogan die Rolle ausfüllen konnte: In den ersten Partien noch Stammspieler, wurde er bald auf die Bank gesetzt und schon zum Fehleinkauf abgestempelt.

Erst die Rückrunde brachte die Wende - und insbesondere das DFB-Pokal-Halbfinale gegen die SpVgg Greuther Fürth: In der 120. Minute landete sein Schuss am Pfosten, von dort am Rücken des eingewechselten Fürther Torwarts Jasmin Fejzić und schließlich im Tor - es war der 1:0-Siegtreffer. Am Ende der Saison stand nicht nur der DFB-Pokalsieg, sondern auch die erneute Deutsche Meisterschaft - das erste Double in der BVB-Vereinsgeschichte. Doch trotz dreier weiterer Finalspiele, 2013 in der Champions League, 2014 und 2015 im DFB-Pokal - ein weiterer Titel wollte nicht hinzukommen.

Auch dies wohl ein Grund, warum der Nationalspieler nun weiterzieht. Für den BVB hält sich der Schaden in Grenzen: Den Gündogan von 2013 hätte man kaum ersetzen können, den von 2015 schon eher. Mit dem 27-jährigen Gonzalo Castro ist ein Nachfolger bereits gefunden: Der variable Mittelfeldspieler kommt für 11 Millionen Euro aus Leverkusen.

 
 

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