Hummels' Glanzleistung ein schwacher Trost für BVB im Finale

Trotz einer ebenbürtigen Finalleistung hat Borussia Dortmund den DFB-Pokaltitel verpasst. Allen voran BVB-Verteidiger Hummels brachte die Offensive des Rekordmeisters bis zum Ende immer wieder zur Verzweiflung. Sein regulärer Treffer wurde fälschlicherweise nicht gegeben. Die Einzelkritik.

Dortmund.. Noten von 1 bis 5,5: Kommentieren Sie die Leistungen der BVB-Spieler im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München.

Die BVB-Noten in der Übersicht

Roman Weidenfeller: Bekam in der Anfangsphase mehr zu tun, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Blockte Müllers Schuss mit dem Gesicht (4.), hielt Robbens Versuch aus 13 Metern halblinker Position sicher fest (6.) und klärte Großkreutz' riskanten Rückpass per Grätsche - wobei er den Ball zerstörte (25.). Riesentaten gegen Müllers Versuch aus kürzester Distanz (56.) und gegen Robbens abgefälschten Schuss (75.). Leitete dann aber mit katastrophalem Abwurf das 0:1 ein und bekam Robbens Abschluss zu allem Unglück noch durch die Beine (107.). Blieb dann aber lange stehen, als der Niederländer frei auf ihn zulief und fing den Lupfer ab (115.). Beim 0:2 machtlos.

Note: 2,5

Lukasz Piszczek: Hinten mit ein paar Wacklern: Von Robben überlaufen, der nach robustem Körperkontakt fiel, aber zurecht keinen Elfmeter bekam (38.). Sechs Minuten später von Ribery ausgetanzt, nach dessen Hereingabe verfehlte Hojbjerg das Tor nur knapp. Nach vorne in der ersten Halbzeit einmal gefährlich, als seine Kopfball-Ablage in die Mitte zur Ecke geklärt wurde (17.).

Note: 4

Sokratis: In der Anfangsphase nicht ohne Unsicherheiten. Kämpfte sich aber in die Partie hinein und ließ kaum noch etwas anbrennen - seine Spieleröffnung allerdings bleibt ein Schwachpunkt.(40.)

Note: 2,5

Mats Hummels: Der Turm in der Schlacht in der BVB-Abwehr. Ließ sich von der Hektik seiner Mitspieler nicht anstecken, fing viele Bayern-Angriffe ab und spielte die Bälle auch sauber hinten raus. Pech mit seinem Kopfball aus kürzester Distanz, den Dante erst hinter der Linie klären konnte (64.).

Note: 1

Marcel Schmelzer: Hatte zunächst Mühe mit dem variablen Bayern-Mittelfeld. Ließ Müller vor dessen Schuss in Weidenfellers Gesicht zu viel Platz (4.), ließ sich von Hojbjerg austanzen, der daraufhin frei flanken konnte (43.). Fand dann besser ins Spiel, nach vorne aber blieb er wirkungslos. Beim 0:2 schon so ausgepunpt, dass er Müller nicht mehr einholen konnte (120.+3).

Note: 3,5

Milos Jojic (bis 83.): Sehr laufstarker Auftritt, überall auf dem Platz zu finden. Hatte aber wie alle BVB-Mittelfeldspieler enorme Probleme mit dem Bayern-Mittelfeld, in dem vor einer Dreierkette in der Abwehr gleich sechs Spieler agierten. Zu hektisch, wenn er dann unter Druck gesetzt wurde und versäumte zu oft den richtigen Moment des Abspiels. Leistete sich einen gefährlichen Ballverlust, als er tief in der eigenen Hälfte ein Dribbling riskierte (31.).

Note: 4

Nuri Sahin: Musste in der Defensive gegen das Bayern-Passspiel weite Wege gehen und viele Löcher zulaufen. Auch ihm gelang es zu selten, schnell und präzise von hinten herauszuspielen - sehr gut allerdings sein langer Pass auf Piszczek (22.), dessen Hereingabe aber geblockt wurde.

Note: 3,5

Henrikh Mkhitaryan (bis 60.): Vom Bayern-Mittelfeld komplett verschluckt. Vom Armenier war nach vorne nichts zu sehen und auch gegen den Ball fehlte ihm oft der Zugriff auf den Gegner - er schien mit der ungewohnten Bayern-Formation nicht zurechtzukommen.

Note: 5,5

Marco Reus: Erhielt nur wenige brauchbare Zuspiele in gefährlicher Position, sodass er sich in der ersten Halbzeit einmal sogar bis zwischen die Innenverteidiger fallen ließ, um den Ball abzuholen. Seine Fähigkeiten am Ball blitzten immer wieder auf, der Ertrag aber blieb überschaubar. Sein Freistoß aus gefährlicher Position wurde von der Mauer abgefälscht und landete dann in hohem Bogen auf der Latte (61.). Kurz nach Anpfiff der Verlängerung mit präziser Rückgabe auf Aubameyang, der knapp vorbei zielte (91.). Und in der Nachspielzeit mit Pech, als sein Schuss über das Tor abgefälscht wurde.

Note: 3,5

Kevin Großkreutz (bis 110.): Hätte mit katastrophalem Rückpass fast das 0:1 eingeleitet, aber Weidenfeller erreichte den Ball knapp vor Robben. Ansonsten ein sehr ordentlicher Auftritt vor allem gegen den Ball, mit vielen gewonnen Zweikämpfen - und toller Vorlage für Lewandowski (45.). Ansonsten fehlte auch ihm im Spiel nach vorne die letzte Effektivität. Beim Abwurf von Weidenfeller verpasste er den entscheidenden Ball im Sprint gegen Bayerns Boateng, der Torschützen Robben bediente.

Note: 2,5

Robert Lewandowski: Das Bemühen war ihm nicht abzusprechen, er lief viel und war auch oft auf dem linken Flügel zu finden. Blieb allerdings in der ersten Halbzeit glücklos, seine Pässe kamen nicht an den Mann und als er in der 44. Minute freistehend im Strafraum an den Ball kam, zielte er deutlich zu hoch (45.). Seine Kopfball-Verlängerung allerdings eröffnete Hummels die bis dato beste Chance des Spiels (64.). Schaltete bei einem Einwurf blitzschnell und bediente den durchgestarteten Reus, der aber gegen Neuer knapp zu spät kam (77.).

Note: 3,5

Oliver Kirch (ab 60.): Kam für Mkhitaryan und richtete sich im Mittelfeldzentrum ein, weshalb Jojic nach rechts rückte. Danach hatte das BVB-Spiel mit und gegen den Ball deutlich mehr Struktur. Starker, aber letztlich zu zentraler Schuss aus 20 Metern, den Neuer daher sicher wegfausten konnte (69.). Ließ sechs Minuten später Götze zu widerstandslos ziehen, der darauf Robbens große Chance einleitete.

Note 3,5

Pierre-Emerick Aubameyang (ab 83.): Kam für Jojic. Verfehlte zu Beginn der Verlängerung nur knapp das Bayern-Tor. Note: 4

Jonas Hofmann (ab 110.): Kam für Kevin Großkreutz. Ohne Note.

 
 

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