Hofmann, Ducksch und Durm - Der BVB setzt weiterhin auf die Jugend

Sebastian Weßling
Gut gemacht: Marcel Schmelzer (2.v.r.) beglückwünscht den Torschützen Marvin Ducksch (l.) und den Vorbereiter Jonas Hofmann nach dem Treffer zum 2:0 im DFB-Pokal-Spiel beim SV Wilhelmshaven.
Gut gemacht: Marcel Schmelzer (2.v.r.) beglückwünscht den Torschützen Marvin Ducksch (l.) und den Vorbereiter Jonas Hofmann nach dem Treffer zum 2:0 im DFB-Pokal-Spiel beim SV Wilhelmshaven.
Foto: imago
Mit Leonardo Bittencourt, Moritz Leitner und Daniel Ginczek hat Borussia Dortmund in der Sommerpause drei vielversprechende Jungprofis abgegeben - dennoch verbleiben einige interessante Nachwuchsspieler im Kader. Ein Überblick über mögliche BVB-Hoffnungsträger.

Dortmund. Jürgen Klopp hatte es kommen sehen oder zumindest befürchtet: "Die Gefahr, dass wir darauf in diesem Jahr noch ein paar mal angesprochen werden, ist nicht so gering", hatte der Trainer von Borussia Dortmund schon vor dem Spieltag vorausgesagt. "Er ist ein unglaublich schneller, robuster Spieler, ich glaube, dass das richtig gut funktionieren wird in Nürnberg mit ihm."

Gemeint war Daniel Ginczek, der vor der Saison vom BVB zum 1. FC Nürnberg gewechselt war und dort im ersten Bundesliga-Spiel gleich sein erstes Tor erzielte und eine sehr ordentliche Vorstellung ablieferte. In der Vorsaison war Ginczek an den Zweitligisten FC St. Pauli ausgeliehen und hatte in 31 Spielen 18 mal getroffen. Eine mehr als ordentliche Quote für einen 22-Jährigen, dennoch hat der BVB Ginczek vor der Saison nach Nürnberg abgegeben - trotz eines Vertrags bis 2014.

"Das ist für ihn besser und für uns in dem Moment auch okay", sagt Klopp, denn: "Die Art Fußball, die wir spielen, ist nicht direkt die, die ihm nahekommt." Und doch ließ der BVB den Stürmer nur ungern ziehen: "Ich hätte ihn super gerne dazugenommen", sagt Klopp. "Aber das ist dann für einen Spieler, der in der zweiten Liga viele Tore gemacht hat, auch nicht mehr so richtig möglich. Der will dann natürlich mehr Einsätze, die konnte ich ihm nicht garantieren."

Ginczek war also mit seinen Ansprüchen der BVB-Ersatzbank längst entwachsen, aber nicht so weit, dass er Sturm-Platzhirsch Robert Lewandowski ernsthaft Konkurrenz hätte machen können - und offenbar sahen die BVB-Verantwortlichen in ihm auch nicht das Potenzial, im kommenden Jahr die Nachfolge des polnischen Nationalstürmers anzutreten.

Hofmann spielt eine wichtige Rolle

Auch zwei weitere junge Spieler laufen in der kommenden Saison nicht mehr für den BVB auf: Moritz Leitner wechselte zum VfB Stuttgart, Leonardo Bittencourt zu Hannover 96. Doch hier wurde die Bande nicht ganz getrennt: Leitner wurde lediglich verliehen, für Bittencourt sicherten sich die Dortmunder eine Rückkaufoption. Beide Spieler also sollen in der Fremde Spielpraxis sammeln, könnten aber künftig durchaus wieder in Schwarz-Gelb spielen.

Das tut weiterhin Jonas Hofmann. Auch für den 21-jährigen Mittelfeldspieler gab es Anfragen von mehreren Bundesligisten, doch er spielt längst eine wichtige Rolle im BVB-Kader. Schon in der Vorsaison sammelte der von den Amateuren aufgerückte Jungprofi einige Einsätze, im DFB-Pokal-Spiel beim SV Wilhelmshaven und gegen den FC Augsburg wurde er jeweils eingewechselt - und das durchaus mit Erfolg: In Wilhelmshaven bereitete er zwei Tore vor, in Augsburg holte er einen Elfmeter heraus.

Ein Stürmer wird zum Rechtsverteidiger umgeschult

Hofmann war einer der Gewinner der Vorbereitung - was in seinem Fall deutlich weniger überraschend kam als bei Marvin Ducksch. Der war während der Saisonvorbereitung zwar bester BVB-Torjäger - dennoch kam es auch für den 19-jährigen Nachwuchsstürmer unerwartet, als Jürgen Klopp ihm am Abend vor dem DFB-Pokalspiel in Wilhelmshaven mitteilte, er würde zum Kader gehören. Damit nicht genug: Beim Stand von 0:0 wurde Ducksch eingewechselt, erzielte ein Tor und zeigte auch spielerisch vielversprechende Ansätze. Auch zum Bundesliga-Auftakt gehörte er zum Kader und scheint Julian Schieber erst einmal als Stürmer Nummer zwei abgelöst zu haben.

Damit ist er deutlich weiter als Marian Sarr und Erik Durm. Beide trainieren in dieser Saison mit den Profis, sollen aber vor allem in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen. Sarr, der erst im Januar 18 wurde und als eines der größten Talente im deutschen Fußball gilt, soll sich als Innenverteidiger Nummer vier langsam entwickeln. Erik Durm (21) soll mittelfristig zur Alternative für Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek werden. Eigentlich ist er gelernter Stürmer, wird nun aber zum Defensivmann umgeschult. Mit derartigem Projekten haben sie beim BVB gute Erfahrungen gemacht, schon einmal wurde ein Stürmer zum Außenverteidiger umgeschult. Sein Name: Lukasz Piszczek.