Geld oder Liebe - BVB wagt einen schwierigen Spagat

Hans-Joachim Watzke und der BVB wollen den wirtschaftlichen Abstand auf Rivale FC Bayern München offenbar verkürzen.
Hans-Joachim Watzke und der BVB wollen den wirtschaftlichen Abstand auf Rivale FC Bayern München offenbar verkürzen.
Foto: dpa
Borussia Dortmund hofft auf einen Geldsegen durch die Deutsche Bank. Der BVB will den Abstand auf Rekordmeister Bayern wirtschaftlich und in der Konsequenz auch sportlich weiter verkürzen, er will aber zugleich auch anders sein als der Krösus. Diesen Spagat zu schaffen, wird nicht einfach sein.

Dortmund. Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat nach dem DFB-Pokalfinale eine Rede gehalten. Das Spiel war verloren, 0:2 nach Verlängerung, gegen Bayern München. Gegen wen auch sonst? Jürgen Klopp hat danach gesagt: „Möglicherweise feiern andere nur, wenn sie was gewonnen haben. Möglicherweise feiern andere nicht einmal dann. Aber Borussia Dortmund muss anders sein.“

Auch das war, wenn auch unausgesprochen, Ausdruck der Rivalität zu Rekord-Bayern: Meistertitel, Pokalsiege, Umsatz, Gewinne: Rekord, Rekord, Rekord. Dass der BVB überhaupt in der Lage ist, die Rekord-Bayern anzukratzen, ist eben zum großen Teil Jürgen Klopp zu danken, der aus Dortmund den zweiten Leuchtturm des deutschen Fußballs gemacht hat. Den anderen Leuchtturm.

Genau darin liegt nun das mögliche Dortmunder Dilemma.

BVB läuft Gefahr die "echte Liebe" verkommen zu lassen

Kein Verein hat sich den Bayern sportlich so angenähert wie der BVB. Dieses Niveau zu halten, vielleicht den Abstand zu verringern, kann nicht gelingen, ohne auch wirtschaftlich nachzulegen. Dass der BVB sich nun – ähnlich, wie es München mit Audi, Allianz oder Adidas vorgemacht hat – strategische Partner ins Haus holt, ist deshalb nur konsequent. Und im übrigen eine Leistung, die man eher vom Standort Hamburg oder Berlin als im Revier hätte erwarten müssen – weshalb man das hierzulande ruhig auch mal außerhalb von Dortmund gut finden kann.

Die Frage aber bleibt: Was wird aus der Sehnsucht, anders zu sein? Anders als die Bayern? Leidenschaftlicher? Menschlicher? Dortmund verwendet dafür den Slogan „Echte Liebe“. Dabei ist der BVB, aller Traditionspflege zum Trotz, längst so wenig Arbeiterverein wie Schalke 04. Das große Geld reinzuholen ohne die echte, die wahre Liebe zur Ware Liebe verkommen zu lassen: Darin wird für den BVB mehr denn je die Kunst liegen müssen.

 
 

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