Für den BVB muss das Viertelfinale nicht Endstation sein

Thorsten Schabelon
Borussia Dortmund freut sich auf das Viertelfinale in der Champions League. Aber erst einmal steht das Derby am Samstag beim FC Schalke 04 im Fokus. Innenverteidiger Mats Hummels kann wieder spielen. Sven Bender hingegen fällt aus. Der Einsatz von Lukasz Piszczek ist fraglich.

Dortmund. Am Morgen nach dem historischen Fußball-Abend bewegte sich der gemeine Dortmunder mit einer euphorischen Leichtigkeit durch seine Stadt. Und eine clevere Bäckerei thematisierte auf ihren schwarz-gelben Amerikanern, was den BVB-Fans nach dem 3:0 gegen Schachtjor Donezk so durch den Kopf ging: „Super-Sieg“, „Klasse“ und „Weiter so“.

Erstmals nach 15 Jahren steht der BVB wieder im Viertelfinale der Champions League. Und das „Weiter so“ bietet eine Menge Spielraum. „Dass wir da im April mitkicken dürfen, reicht fürs Erste“, erstickte Jürgen Klopp gleich mal aufkommende Final-Fantasien. Der BVB-Trainer begeisterte sich lieber an der Leistung gegen Donezk: „Wir können nicht an jedem Tag mit unserem Fußball die Welt verändern. Aber es gibt ein paar Tage, an denen es ein bisschen danach aussieht“, philosophierte er.

Hitzfeld zählt BVB zum "absoluten Favoritenkreis"

Ottmar Hitzfeld, als zweifacher Champions-League-Sieger ausgewiesener Experte in Sachen Königsklasse, ging da merklich weiter: „Dortmund spielt bis jetzt eine fantastische Champions-League-Saison. Sie gehören für mich zum absoluten Favoritenkreis.“

Fünf Siege in bislang acht Spielen, darunter die beeindruckende Leistung beim 3:0 gegen die Ukrainer, die in der Vorrunde den amtierenden Champions-League-Sieger FC Chelsea ausgeschaltet hatten. Donezk-Trainer Mircea Lucescu hatte vor dem Rückspiel angekündigt, dass der Sieger des Duells auch ins Endspiel am 25. Mai in London einziehen werde. „Ich kenne Herrn Lucescu aus seiner Zeit in der Türkei. Er ist ein absoluter Fußball-Fachmann. Da werde ich nicht widersprechen“, kommentierte Nuri Sahin den Blick in die Zukunft. Mitspieler und Matchwinner Felipe Santana wurde noch deutlicher: „Das Ziel ist Wembley.“ Für den Weg dorthin hat zumindest Sahin einen Wunschgegner im Viertelfinale. „Aber den verrate ich nicht“, sagte der 24-Jährige schmunzelnd. Nicht nur Gedankenleser wissen, dass Real Madrid gemeint ist. Der Klub, der Sahin an Dortmund ausgeliehen hat.

Bevor dem BVB allerdings am Freitag in einer Woche Madrid, Juventus Turin oder wer auch immer zugelost wird, steht der Liga-Alltag an. Der ist mit dem Derby auf Schalke (Samstag, 15.30 Uhr, live in unserem Ticker) aber alles andere als grau, sondern Ruhrpott-Champions-League.

Nach der Heimniederlage im Hinspiel hat der BVB etwas gut zu machen. Allerdings hat das Donezk-Spiel Spuren hinterlassen. Lukasz Piszczek klagte auch am Mittwoch noch über Hüftschmerzen. Es könnte eng werden. Sven Bender dürfte mit einer unangenehmen Sprunggelenksverletzung definitiv fehlen.

Auch BVB-Kapitän Kehl ist angeschlagen

Auch Sebastian Kehl, der Bender in der zweiten Hälfte gegen Donezk ersetzte, ist angeschlagen. Der Kapitän hatte sich schon gegen Hannover 96 eine Rippe angebrochen und spielte gegen die Ukrainer mit Schmerzen und Atemproblemen. Allerdings ist Kehls Einsatz auch gegen Schalke möglich. Auch Mats Hummels könnte im Derby wieder einsatzbereit sein. Am Dienstag musste er noch grippekrank vor dem Fernseher „mitfiebern“. Gestern absolvierte der Nationalspieler wieder Lauftra ining. „Wir werden die Belastung erhöhen und hoffen, dass es bis Samstag reicht“, sagt Jürgen Klopp.