Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp kann jetzt zur Legende werden

Für sie ist Jürgen Klopp schon eine Legende: Liverpool-Fans in Kiew.
Für sie ist Jürgen Klopp schon eine Legende: Liverpool-Fans in Kiew.
Foto: dpa
Klopp ist es gelungen, seine Philosophie aus BVB-Zeiten auch in Liverpool umzusetzen. In Kiew geht es aber auch um seinen Ruf. Ein Kommentar.

Essen.  Jürgen Klopp hat einen passenden Begriff gewählt. Seine Mannschaft müsse im Champions-League-Finale gegen Real Madrid eine hohe Frustrationstoleranz haben. Bei seinem Ex-Verein Borussia Dortmund wissen sie, was er damit meint. Denn Klopp ist es gelungen, seine Spielphilosophie aus Dortmunder Zeiten auch in der englischen Premier League umzusetzen – mit allen Vor- und Nachteilen.

Perfekt ist der Fußball Jürgen Klopps nicht. Das unterstreichen die 25 Punkte Rückstand, die Liverpool in der Meisterschaft auf Titelträger Manchester City aufwies. Ein weiteres Beispiel lieferte das Champions-League-Halbfinale gegen AS Rom. 70 Minuten lang verzauberten die Reds ganz Europa mit ihrem überfallartigen Angriffsfußball, mit dem Klopp in Deutschland schon die Bayern das Fürchten lehrte. In den Schlussphasen beider Spiele hätte Liverpool den zwischenzeitlichen 5:0-Vorsprung fast verspielt.

Fußball-Deutschland kann stolz sein

Klopp dürfte das egal sein. Auch gegen die beste Mannschaft der letzten beiden Jahre, deren wenige Schwächen eindeutig in der Defensive liegen, wird sein Team den offenen Schlagabtausch suchen. Eine Alternative gibt es nicht. Zumindest: nicht für Klopp. Seine Mannschaft beherrscht keinen anderen Spielstil. Trotzdem lieben ihn die Fans, und auch neutrale Zuschauer freuen sich auf dieses Endspiel.

Auch Fußball-Deutschland kann stolz auf diesen Trainer sein. Klopps einzigartiger Offensivfußball, seine Leidenschaft und seine Ausstrahlung machen ihn zu einem großartigen Vertreter seines Heimatlandes.

Finalpleite für Klopps Ruf schaden

Das wird ihm nicht reichen. Ein internationaler Titel mit einem ausländischen Verein würde den BVB-Meistertrainer zur Legende werden lassen. Einem deutschen Trainer ist das zuvor nur Jupp Heynckes im Jahr 1998 gelungen (mit Real Madrid). Klopp muss in Kiew gewinnen. Eine sechste Finalpleite in Folge würde seinem Ruf schaden und die Kritik an seinem Hurra-Fußball befeuern.

 
 

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